Der Künstler mit dem Mafianamen: Blinky Palermo

Vor einigen Wochen habe ich an dieser Stelle bereits den deutschen Künstler Blinky Palermo, eigentlich Peter Heisterkamp, vorgestellt. Er ist mit 33 Jahen unter nie aufgeklärten Umständen verstorben; dieser frühe Tod und sein Lebenswandel haben ihn für viel Kunstfans zum „James Dean“ der deutschen Kunst werden lassen:

Blinky Palermo, Ohne Titel, 1977, (c) WikiArt, FairUse

Nach dem Besuch des Gymnasiums belegt Billy Palermo 1961 Bildhauer- und Grafikkurse an der Werkkunstschule in Münster, ein Jahr später beginnt er ein Studium an der Düsseldorfer Kunstakademie, zuerst bei Bruno Goller, unter dessen Aufsicht surrealistische Porträts entstehen, dann bei Joseph Beuys, der ihn zu seinem Meisterschüler macht.

Schon Blinky Palermos Lehrer Joseph Beuys soll einst angemerkt haben, dass man mit dem wenig glamourösen Namen Heisterkamp nichts Rechtes werden könne, jedenfalls nicht als Künstler. Während der Zeit auf der Akademie entschediet sich der angehende Künstler Peter Heisterkamp deshalb für das Pseudonym Palermo, mit dem er alle seine Arbeiten signierte. Der Vorname Blinky war damals lediglich eine Neckerei unter Freunden, eine nicht ganz erst gemeinte Anspielung auf Frank »Blinky« Palermo, den italienisch-amerikanischen Mafioso und Promotor des Boxers Sonny Liston. Urheber des Pseudonyms soll der mit Blinky Palermo befreundete Künstler Anatol Herzfeld gewesen sein, der sich von Palermos Beatnik-Outfit mit Sonnenbrille, Hut und Lederjacke an das Klischee eines Mafiosos erinnert fühlte.

Blinky Palermo pflegt bereits während seiner Studienzeit Freundschaften mit berühmten Kollegen wie Imi Knoebel, Gerhard Richter und Sigmar Polke. Mit Knoebel und Ulrich Rückriem unterhält er zeitweilig eine Ateliergemeinschaft in Mönchengladbach. Palermo, der auch ein Atelier in New York besitzt, experimentiert neugierig mit zahlreichen Techniken und Malstilen, läßt sich von Kasimir Malewitsch und seinem Suprematismus inspirieren und setzt dabei bewusst auf Abweichungen von etablierten Normen. Blinky Palermo beschränkte sich nicht auf Leinwand und Farben, sondern nutzt auch andere Medien, zum Beispiel zusammengenähte Stoffbahnen, die er auf einen Keilrahmen spannt und bemalt. Auch Wandmalereien entstehen, von denen die meisten allerdings nicht erhalten sind. Bekannt sind auch die Metallbilder des Künstlers. Von großer Bedeutung für fast alle Werke von Palermo sind Präsentation und Aufhängung – die Kunst steht in unmittelbarem Bezug zu dem sie umgebenden Raum.

Quelle vgl. Palermo, Blinky, Lempertz-Online, unter: https://www.lempertz.com/de/kataloge/, aufgerufen am 10.03.2019

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