„Malerei mit Kalkül“ – gemalte Mathematik in Wien

Das Museum Moderne Kunst Stiftung Ludwig Wien (MUMOK Wien) zeigt Werke der Neoavantgarde der fünfziger bis siebziger Jahre. Mit dabei jede Menge Konkrete Kunst, aber auch Minimal Art Positionen und Werke der Konzeptkunst sind zu sehen. Die Ausstellung läuft bis zum 28. April 2019.

Leon Polk SmithCorrespondence Orange Blue, 1965, Öl auf Leinwand, mumok Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien,  Photo: mumok
© Bildrecht Wien, 2018

Mit ihren werkanalytischen und wahrnehmungsbezogenen Ansätzen greifen die Künstler der Neoavantgarde Ideen der Moderne auf, aktualisieren sie in ihrem zeitgenössischen Umfeld und schaffen damit die Grundlagen für die jüngeren Generationen medien- und theoriebewusster Künstler.

„Die Kunst der 1960er- und 1970er-Jahre ist durch radikale Traditionsbrüche geprägt. Das Aufkommen medienbasierter Kunst und die Verknüpfung von Kunsttheorie und künstlerischer Praxis führten auch zu neuen Formen der Malerei. Die Befreiung der Malerei von figurativer und erzählerischer Darstellung sowie von expressiver Handschrift oder surrealer Magie war ab den 1950er-Jahren mit einem Reflexionsprozess über das Medium Malerei verbunden. Die Eigenschaften der Farbe, die Art des Farbauftrags oder die Farb- und Bildwirkung auf die Betrachter waren daher zentrale gestalterische Grundprinzipien. Dieses Ausloten der malerischen Grundlagen als Bildthema findet sich u.a. in den Werken von Josef Albers, Helen Frankenthaler, Morris Louis, Ellsworth Kelly, Ad Reinhardt oder Jules Olitski.

Wesentliche Impulse bekam die Malerei von der Minimal Art und den konzeptuellen Kunstrichtungen der 1960er- und 1970er-Jahre. Deren nüchterne und rationale Grundsätze zeigten sich in abstrakt-geometrischer Malerei, in formal reduzierten Kompositionen sowie in der Ablehnung illusionistischer Bildwirkung zugunsten objekthafter Werkerscheinung. Zugleich thematisierte diese Malerei auch ihr Verhältnis zum Raum und zur Wahrnehmung neu. Künstler_innen wie Frank Stella, Robert Mangold, Kenneth Noland, Agnes Martin oder John Baldessari bezogen die Betrachter in den Bildraum ein und lösten so die klassische Gegenüberstellung von Werk und Betrachter auf.“

Quelle dieses Pressetextes des MUMOK und alle Informationen zur Ausstellung auf der Webseite des Museums: Malerei mit Kalkül. Parallel zur Ausstellung ist im MUMOK auch eine große Einzelausstellung von Ernst Caramelle zu sehen – bestimmt auch interessant. Dazu bei Gelegenheit mehr!

Viel Spaß!

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