Anforderungen an Konkrete Kunst

1930 veröffentlicht Theo van Doesburg ein Manifest im Zuge der Gründung der Künstlergruppe ‚Art Concret’. In diesem Manifest erläutert er den Begriff und sein Verständnis der Konkreten Kunst, mit dem Ziel, die Konkrete Kunst von der Abstraktion abzugrenzen. Die Konkrete Kunst will nicht Gegenständliches abstrahieren, sondern durch die direkte Nutzung von ‚konkreten‘ Bildmitteln, wie Linie, Farbe, Fläche, Volumen und Raum u.a. ‚konkrete‘ Werke erschaffen.

counter-composition-vii-1924

Theo van Doesburg, Counter -Composition VII, 1924, (c) gemeinfrei

„Die Konkrete Kunst materialisiert Geistiges, besitzt keine symbolische Bedeutung. »Die Malerei ist ein Mittel, um auf optische Weise den Gedanken zu verwirklichen«, erläutert van Doesburg.

Konkret lauteten die Prinzipien des Manifestes so:

  1. Kunst ist universell.
  2. Das Kunstwerk muss vor seiner Ausführung vollständig im Geist entworfen und ausgestaltet worden sein. Von der Natur, von Sinnlichkeit oder Gefühl vorgegebene Formen darf es nicht enthalten. Lyrik, Dramatik, Symbolismus usw. sind zu vermeiden.
  3. Das Gemälde muss ausschließlich aus rein bildnerischen Elementen konstruiert werden, d. h. aus Flächen und Farben. Ein Bildelement bedeutet nichts anderes als »sich selbst«, folglich bedeutet auch das Gemälde nichts anderes als »sich selbst«.
  4. Die Konstruktion des Gemäldes und seiner Elemente muss einfach und visuell überprüfbar sein.
  5. Die Technik muss mechanisch sein, d. h. exakt, anti-impressionistisch.
  6. Streben nach absoluter Klarheit.

Unterschrieben von Carlsund, van Doesburg, Hélion, Tutundjian, Wantz

Es ging darum, eine universelle, künstlerische Sprache zu verwirklichen. Jede Bindung an das Sinnen- und Gefühlsleben wurde als Beeinträchtigung des Universellen durch das Individuelle verstanden. Es ging um die reine Harmonie der Bildglieder und Bildelemente ohne Lyrik und Symbolik. Form und Bild bedeuteten nur sich selbst. Um dieses Ziel zu realisieren, konnte sich van Doesburg nur klare, geometrische Formen vorstellen. Jede persönliche Handschrift war zu vermeiden. Gefühle, Sentimentalitäten genannt, waren herauszuhalten.“

Quellen: Theo van Doesburg: „Die Grundlagen der konkreten Malerei“ (1930), entnommen: Konkrete Kunst, Ausstellung Walkmühle, 2009, http://www.walkmuehle.net/VERANSTALTUNGEN , aufgerufen am: 26.05.2018

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