Sol LeWitt – vom Minimalismus zur Konzeptkunst

Der amerikanische Künstler Solomon „Sol“ LeWitt ist ein Pionier sowohl der minimalistischen Kunstbewegung als auch der konzeptionellen Kunstbewegung. Er steht für den Übergang vom Minimalismus hin zur Konzeptkunst. Sol LeWitt’s Verständnis von Kunst lässt sich zusammenfassend verkürzen mit seiner Aussage, dass Ideen, nicht physische Kreationen, die Substanz der Kunst sind. So entwickelt er beispielsweise Anweisungen für Wandzeichnungen (Ideen), die bis heute von Dritten gezeichnet werden.

Sol LeWitt studiert nach dem zweiten Weltkrieg zunächst in Syracuse im Bundesstaat New York, geht dann zur Armee und besucht in den fünfziger Jahren die ‚Cartoonist and Illustration School‘ in New York. Er findet 1955 eine Anstellung im gerade gegründeten Architekturbüro von Ieoh Ming Pei, einem weltweit bekannten Architekten der klassischen Moderne. Von 1960 an arbeitet Sol LeWitt schließlich am Museum of Modern Art in New York – als Buchverkäufer im Souvenirladen – und lernt dort eine Reihe von Künstlern kennen, allen voran die Minimalisten Dan Flavin und Robert Mangold. Später lehrt er an verschiedenen Kunstschulen und gründet auch einen Verlag für Druck und Vertrieb von Kunstbüchern.

Sol LeWitt berühmte, aus offenen, modularen Würfeln und Gittern bestehenden Sculpture Series sowie seine Vielzahl von theoretischen Schriften begründen seinen anhaltenden Einfluss auf die zeitgenössische Kunst bis in die heutigen Tage. Sein Werk basiert auf den Überlegungen des Konstruktivismus, aber auch die Ideen der niederländischen De Stijl Künstlergruppe um Theo van Doesburg und die Lehren des Bauhauses nimmt Sol LeWitt auf. Er entwickelt die Ideen dieser Gruppen, Stile und Schulen in der Art weiter, dass er – im Sinne des Minimalismus – architektonische Raumstrukturen, Gittermustern und Rasterkonstruktionen auf ein Minimum reduziert. Seine dreidimensionalen Arbeiten nennt er schlicht ‚Strukturen‚. Er realisiert diese Strukturen aus den unterschiedlichsten Materialien – von lackierten Holzstäben hin zu überdimensionierten Betonblöcken.

In seinem bahnbrechenden Essay Paragraphs on Conceptual Art von 1967, mit dem Sol LeWitt ein Fundament für die Konzeptkunst legt, definierte er seine Kunst als „begrifflich“ – im Gegensatz zur optisch orientierten „Wahrnehmungskunst“. Seine Kunst soll für den Betrachter vornehmlich geistig anregend sein. Die Idee steht im Vordergrund, nicht das Kunstwerk!

„Die Idee wird zu einer Maschine, die die Kunst schafft“

Sol LeWitt, Paragraphs on Conceptual Art

In den nächsten Tagen mehr zu seinen Wandzeichnungen und Betonblöcken.

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