Daniel Knorr in Tübingen

Daniel Knorr zählt zu den innovativsten Konzeptkünstlern in der heutigen Kunstszene. Die Kunsthalle in Tübingen zeigt bis zum 20. September erstmalig in der Ausstellung ‚WE MAKE IT HAPPEN‘ einen umfassenden Überblick über das Schaffen des rumänischen Künstlers, der in Berlin lebt und arbeitet.

Daniel Knorr in der Kunsthalle Tübingen

Daniel Knorr’s ortsspezifische Installationen sorgen in der Vergangenheit für viel Aufsehen: So läßt er anlässlich der documenta 14 weißen Rauch aus dem Zwehrenturm über Kassel aufsteigen und löst 2005 mit einem leeren Pavillon (European Influenza), mit dem er sein Heimatland Rumänien bei der 51. Biennale in Venedig vertritt, eine politische Debatte aus.
Über diese spannenden Projekte im öffentlichen Raum hinaus hat Daniel Knorr seit den 1990er Jahren ein vielseitiges OEuvre geschaffen, das neben Fotografie und installativ-skulpturalen Arbeiten auch Performances und partizipatorische Aktionskunst umfasst.

Daniel Knorr, der bei Olaf Metzel an der Akademie der Bildenden Künste in München studiert, entwickelt seinen künstlerischen Ansatz vor dem Hintergrund der interventionistischen Kontextkunst der 1990er Jahre. Formal und konzeptuell orientiert er sich an der Minimal-Art bzw.
Konzeptkunst, die er um sensuell-körperliche Aspekte und um
eine politische Bedeutungsebene erweitert.

Mit großer Sensibilität für die emotionale Ladung von gemeinschaftlichen Symbolen und Ritualen nimmt Daniel Knorr in seiner Kunst auch auf Überlieferungen des kollektiven Gedächtnisses Bezug. So sichert der Künstler als Archäologe des Alltags die Spuren unserer Zivilisation: In seinem Künstlerbuch-Projekt Carte de Artiste (seit 2007) etwa presst er den
Alltagsmüll aus verschiedenen Städten in leere Bücher. Er transformiert mit seinen Werken die in Sprache, Gegenständen und Ritualen verfestigten gesellschaftlichen Erfahrungen, um uns deren symbolischen Gehalt und die ihnen innewohnenden Handlungsanweisungen vor Augen zu führen. Er musealisiert zum Beispiel die sanktionierte Praxis des Rauchens dadurch, dass er inmitten der alten Meister in der Kunsthalle Bremen eine handelsübliche Raucherkabine installierte. Indem der Künstler Schneemänner aus Edelsteinen baut und Symbolfiguren aus der Hochkultur wie Marie Antoinette als Vogelscheuchen darstellt, werden überlieferte Ordnungen nicht zuletzt mit spielerischer Anarchie unterlaufen und das High and Low unserer Kultur ad absurdum geführt.

Quelle dieser Einführung und alle Informationen zur Ausstellung: WE MAKE IT HAPPEN

Hier noch den Hinweis auf den Wikipedia-Eintrag, in dem, neben einer kurzen Biografie, auch eine Reihe von Quellen und Links zur Vertiefung zu finden sind: Daniel Knorr

Viel Spaß in Tübingen!

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