Futurismus – die erste Avantgarde-Bewegung

Wenn man über die moderne Kunst Italiens schreiben will, kommt man nicht umhin, mit dem Futurismus zu beginnen. Der Futurismus wird Anfang des letzen Jahrhunderts als avantgardistische Kunstbewegung in Italien geboren und gilt als die erste bedeutende Avantgarde-Bewegung in Europa.

Gegründet wird der Futurismus durch den Schriftsteller Filippo Tommaso Marinetti. Er veröffentlicht im Jahre 1909 ein „Futuristische Manifest“ und initiiert somit die Bewegung, die die italienische Kunst, aber auch Architektur, Literatur und Musik nachhaltig beeinflusst.

Bis zur Veröffentlichung des Manifestes und der damit einhergehenden futuristischen Bewegung, hat Italien eigentlich keine nennenswerte Avantgarde und wird von den modernen Kunstbewegungen kaum beeinflusst. Die ästhetischen Wertvorstellungen der klassischen Antike spiegeln sich immer noch in Gesellschaft und Kunst wieder und es sind genau diese Wertvorstellungen, die Filippo Tommaso Marinetti mit seinem futuristischen Manifest überwinden will.

Luigi Russolo, 1912, Sintesi plastica dei movimenti di una donna (Synthèse plastique des mouvements d’une femme), Musee Greboble (c) gemeinfrei

Der Futurismus idealisiert – wie schon der Namen ‚futur‘ vermuten lässt – die Zukunft. Die Futuristen wollen alles Alte und Traditionelle hinter sich lassen und eine neue „tatsächliche“ Kunst, schaffen, die sich an den Anforderungen des modernen, technisierten Lebens ausrichten und nicht die Vergangenheit wiederspiegel soll. Futuristische Kunst soll weder die Themen der Vergangenheit nachahmen, noch den Schönheitsidealen alter Zeiten nachgehen, sondern alles Bestreben auf die Zukunft ausrichten – die Kunst soll eine zeitgerechte Originalität entwickeln. Und diese zeitgerechte Originalität spiegelt sich in Geschwindigkeit, Dynamik und Technologie wieder.

Schon kurz nach der Veröffentlichung des futuristischen Manifests schließen sich eine ganze Reihe von Künstler der Bewegung an und veröffentlichen eigene, oft weitergehende Kunsttheorien. Zu den Künstlern der Bewegung gehören unter anderen Umberto Boccioni, Giacomo Balla, Carlo Carra, Gino Severini, Mario Nannini und Luigio Russolo.

Zum problematischen Inhalt des Manifests, den weitergehenden Kunsttheorien und den Künstlern in den kommenden Tagen mehr.

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