Die Begriffe ‚modern‘ und ‚zeitgenössisch‘ werden oft synonym verwendet. Moderne Kunst – Zeitgenössische Kunst. Gibt es tatsächlich einen Unterschied zwischen ihnen? Und wenn ja, was ist der Unterschied?
Eine Antwort ist einfach: die Zeit!
Moderne Kunst kam vor der zeitgenössischen Kunst. Die meisten Kunsthistoriker legen den Beginn der modernen Kunst im Westen in die sechziger Jahre des 19. Jahrhunderts. Und die moderne Kunst geht dann so 100 Jahre lang bis Ende der 1960er Jahre.
Dann kommt erstmal irgendwie nichts und dann kommt zeitgenössische Kunst: Zeitgenössische Kunst wird in der Gegenwart gemacht – Kunst der Gegenwart.

Werfen wir zunächst einen Blick auf die Moderne Kunst: Moderne Kunst und ‚Moderne‘ war eine radikale Abkehr von der Art der Kunst, die davor gemacht wurde; die Ablehnung der traditionellen Perspektiven und Gegenständen war besonders innovativ und sind die Neuigkeiten, die als modern angesehen werden.
Für viele Kunsthistoriker fängt die moderne Malerei mit Édouard Manet an. Der Wegbereiter der Moderne, wie er auch genannt wird, löst sich von der Vergangenheit und öffnet mit seinem Werk die Möglichkeit, weg von Realismus und Gegenständlichkeit zu experimentieren. Eine neue Ära beginnt mit Stilen wie dem Impressionismus, Postimpressionismus, Japonismus , Fauvismus, Kubismus , Futurismus und Expressionismus. In den 1960er und 70er Jahren kommt es zu einer bedeutenden Veränderung in der Auffassung von Kunst. Während bislang fast immer das ‚Genie‘ des Künstlers im Mittelpunkt des Interesses und der Erklärung von Kunst stand, wenden sich aufkommende Stile wie Pop-Art, Minimalismus, Konzeptkunst und Performance-Kunst davon ab. Das Kunstwerk tritt in den Mittelpunkt. Die Werke sind oft technisch nicht anspruchsvoll – statt Schönheit, Ausdruck und Form sind Künstler jetzt oft mehr an dem Konzept hinter dem Kunstwerk interessiert, so dass nun Kunstwerke in unterschiedlichsten Formen und Techniken entstehen: Video, Performance, Installation und vieles mehr wird nun in Galerien oder traditioneller Kunsträumen ausgestellt; hinzu kommen immer mehr Kunstwerke im öffentlichen Raum. Ein wichtiger Teil dieser zunehmend zeitgenössischen Kunst ist nicht mehr nur der handwerkliche Pinselstrich oder die vollendete Oberfläche einer Marmorskulptur, sondern es ist mehr und mehr der Eindruck, den ein Kunstwerk bei Betrachter hinterlässt. Zeitgenössische Kunstwerke konzentrieren sich oft auf die Wirkung auf, und die Reaktion eines Betrachters eines Kunstwerkes.
„Aber ist dies Kunst?“ „Meine vier Jahre alte Tochter könnte dies auch!“
Fragen und Reaktionen wie diese, zeigen, dass zeitgenössische Künstler ihre Arbeit richtig machen. Sie folgen nicht mehr unserer gelernte, klassischen Vorstellung von ‚Ästhetik‘. Zeitgenössische Künstler lösen sich vielmehr bewusst von dem philosophischen Anspruch der Ästhetik, ‚schöne‘ Kunst als Kunst zu definieren. Die zeitgenössische Kunst wird damit oft zu einem Experiment: Was ist Kunst und was kann Kunst sein? Ein Haufen Steine von Walter dem Maria, ein Urinal von Marcel Duchamp, ein Schwarzes Quadrat vom Kasimir Malewitsch, Gummibärchenskulpturen von Jeff Koons, …
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