Sexy und Cool: Minimal goes Emotional

Ich war lange nicht in der Kunsthalle Tübingen. Ist irgendwie in Vergessenheit geraten bei mir. Früher, in den neunziger Jahren waren jährlich große Ausstellungen zu sehen. Habe noch heute eine Reihe der Kataloge der Ausstellungen – Kandinski, Klee, Renoir, Schiele, … In den letzten Jahren dann auch noch wegen Renovierung geschlossen.

Jetzt wieder eröffnet! Und dies mit einer sehenswerten Ausstellung minimalistischer Gegenwartskünstler. Nicht die ganz großen Namen, aber trotzdem wirklich ein Besuch wert. Die Ausstellung „Sexy and Cool. Minimal goes emotional“ läuft bis zum 01. Juli dieses Jahres.

„Die Minimal Art gilt als eine der einflussreichsten Stilgattungen des 20. Jahrhunderts. Werke von Donald Judd, Robert Morris, Dan Flavin, Carl Andre und Sol LeWitt, die zum Kernbestand der Minimal Art gezählt werden, sind in vielen amerikanischen und europäischen Museen und Privatsammlungen vertreten und damit in das „kulturelle Gedächtnis“ eingegangen.

Unter dem Titel Sexy and Cool. Minimal goes emotional nimmt die Ausstellung der Kunsthalle Tübingen das Nachleben der Minimal Art in der Gegenwart in den Blick. Von den Postminimal-Positionen wie Eva Hesse oder Franz Erhard Walther ausgehend, werden rund sechzig Werke von über zwanzig internationalen Künstlerinnen und Künstlern präsentiert, die sich heute formal und konzeptuell auf die Ansätze der Minimal Art beziehen, ihre Werke jedoch um sensuell-körperliche Aspekte sowie subjektive Inhalte, kurz um eine eigene emotionale Ebene erweitern.

Künstlerinnen wie Ruth Root oder Mariella Mosler reagieren beispielsweise auf die minimalistische Ästhetik, indem sie die avantgardistische Formensprache durch subjektive Gestik und sinnliche Materialien aufladen. Sylvie Fleury, Lara Favaretto oder Kay Walkowiak unterlaufen die strengen Strategien der Väter der Minimal Art dagegen spielerisch und humorvoll. Nicht zuletzt entwickeln Gegenwartskünstler den Ortsbezug und die minimalistische Prämisse, die Wahrnehmung des Betrachters zu sensibilisieren weiter. In Rauminstallationen wie von Christiane Löhr werden die poetische Energie der Natur und die Reduktion auf ein Minimum an Material für den Betrachter erfahrbar.

Indem die internationalen GegenwartskünstlerInnen die elementaren Formen der Minimal Art auf außerkünstlerische Bereiche erweitern und sozusagen wieder mit der Welt verbinden, wird die historische Stilgattung für die Gegenwart aktualisiert und treibt im wahrsten Sinne des Wortes zeitgemäße neue Blüten.“

Quelle und weitere Informationen zum Besuch der Ausstellung: Sexy and Cool

Viel Spaß!

 

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