Um die Jahrtausendwende erlebt die Konkrete Kunst eine erneute Aufmerksamkeit und Weiterentwicklung, insbesondere durch die immer weiter fortschreitende Integration digitaler Technologien und neuer Medien. Während die klassischen Vertreter der Bewegung auf geometrische Formen, klare Linien und reine Farben setzen, beginnen Künstlerinnen und Künstler um die Jahrtausendwende, diese Prinzipien mit modernen Techniken und Konzepten zu verbinden, was der Konkreten Kunst neue Impulse verleiht.
Ein zentraler Akteur dieser Entwicklung und dieser Jahre ist nach wie vor Peter Halley. Seine Werke zeichnen sich durch leuchtende Farben und rasterartige Strukturen aus, die an digitale Schaltkreise erinnern. Peter Halley nutzt die Geometrie nicht nur als ästhetisches Mittel, sondern reflektiert damit auch soziale und kulturelle Strukturen der modernen Gesellschaft. Er integriert Elemente der Architektur und Urbanität, wodurch seine Kunst eine zeitgenössische Dimension erhält.
Julian Stanczak, ein Pionier der Op-Art und enger Verwandter der Konkreten Kunst, beeinflusst um die Jahrtausendwende eine neue Generation von Künstlern. Seine Arbeiten erforschen optische Effekte und Farbdynamik, indem sie geometrische Muster und Farbverläufe verwenden, die Bewegung und Tiefe suggerieren. Julian Stanczaks Werke sind ein Beispiel dafür, wie die Prinzipien der Konkreten Kunst durch optische Illusionen erweitert werden.
Eine bedeutende Rolle spielt die digitale Kunst, insbesondere durch Künstler wie Manfred Mohr, der auch in den 2000er Jahren noch weiter wichtige Impulse setzt. Ursprünglich als Maler tätig, wendet sich Manfred Mohr früh den Computertechnologien zu und gilt als Pionier der algorithmischen Kunst. Seine Werke basieren auf mathematischen Formeln und Algorithmen, die geometrische Strukturen generieren. Damit führte Mohr die Tradition der Konkreten Kunst endgültig in die digitale Ära und zeigt, wie Computer als künstlerisches Werkzeug genutzt werden können.

Außerdem beeinflusst die Neokonkrete Kunst in Lateinamerika, insbesondere durch Künstler wie Helio Oiticica und Lygia Clark, die internationale Szene um die Jahrtausendwende. Sie erweiterten die Konkrete Kunst um performative und interaktive Elemente, wodurch die Betrachtenden aktiv in das Kunstwerk eingebunden werden.
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