Hedi Mertens – Logik, Poesie und Intuition

Eine weitere Pionierin der abstrakten Geometrie, die derzeit in der Ausstellung „Wir werden bis zur Sonne gehen“ im Wilhelm Hack Museum in Ludwigshafen gewürdigt wird, ist Hedi Mertens. Als Hedi Mertens mit dem Malen konstruktiv-konkreter Werke beginnt, ist sie bereits 67 Jahre alt. Dieser späte Auftakt erstaunt insofern, als sich sie bereits 1912 entschließt, eine klassische Kunstausbildung im Bereich Malerei in der Schweiz und in Deutschland zu absolvieren. Nach einigen frühen expressionistischen Gemälden hört sie in den dreißiger Jahren mit dem Malen auf – ihr Interesse an Kunst indes bleibt.

Hedi Mertens, Zwei singende und drei stumme Quadrate, 1976, Öl auf Leinwand, 90 × 90 cm, Nachlass Hedi Mertens / Galerie Müller, Basel, Foto: Prestampa Taiana, Muzzano, Schweiz, © Nachlass Hedi Merten

„Nach einem erfahrungsreichen Leben mit vielen außergewöhnlichen Begegnungen beginnt sie in den sechziger Jahren im vorgerückten Alter konsequent und kontinuierlich zu malen. Dennoch gelingt es ihr in weniger als zwanzig Jahren ein Werk von außergewöhnlicher Intensität zu entwickeln, das die ganze Energie und die Kraft einer jugendlichen Arbeit ausstrahlt. In ihren Arbeiten übernimmt Hedi Mertens die Prinzipien der konstruktiv- konkreten Kunst. In diesem Kontext kann ihre Arbeit als eine „poetische Variante“ der geometrischen Abstraktion betrachtet werden. … In ihrer Arbeit übernimmt und untersucht Hedi Mertens einige der Grundlagen der geometrischen Abstraktion. Das Quadrat, das in ihrem Werk im Vordergrund steht, erlaubt ihr mit seiner absoluten Form die Logik unendlicher kombinatorischer Möglichkeiten mit einer Freiheit zu verbinden, die ihrer persönlichen Intuition folgt. Ein Ausdruck dieser Arbeitsweise ist vor allem die Farbauswahl, bei der die Künstlerin auf starre Schemata verzichtet und vielmehr auf chromatische Kontraste und Kombinationen setzt, die von ihrer individuellen Sensibilität bestimmt werden. In der letzten Schaffensperiode wird eine Abkehr von übernommenen Modellen zugunsten eines eindeutig persönlicheren Stils erkennbar. In den letzten Gemälden ist es der weiße Hintergrund, der die anderen Bildelemente beherrscht. Die Leinwand durchdringt eine tiefgründige Räumlichkeit und eine meditative Atmosphäre – stilistische Merkmale, in den sich der Aufenthalt der Künstlerin im Tessin widerspiegelt. …“

Quelle des obigen Zitates ist die Einführung in eine Ausstellung im Museo d’arte della Svizzera italiana (MASI) Lugano 2023: Hedi Mertens. Logik der Intuition; eine lesenswerte Einführung in ihr Werk anlässlich einer Ausstellung im Haus Konstruktiv im vergangenen Jahr auf den Webseiten des Museums: Hedi Mertens; und eine digitale Kurzführung durch diese Ausstellung findet sich hier: Ausstellungstrailer Hedi Mertens. Jede Menge mehr Informationen und auch einige Werke im Schweizer Kunstarchiv : Hedi Mertens

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Eine Antwort zu „Hedi Mertens – Logik, Poesie und Intuition“

  1. Avatar von Jutta Mertens-Kammler
    Jutta Mertens-Kammler

    Jutta Mertens. (Schwiegertochter)

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