2017 fand eine große Retrospektive der Werke von Gabriele Münter in München statt. Die Ausstellung damals hat mir eine Künstlerin gezeigt, die ich so davor gar nicht wahrgenommen habe: ihre tatsächliche Internationalität und Weltoffenheit haben so gar nicht zum Bild gepasst, das ich von ihr als Geliebte von Wassily Kandinsky hatte.

Gabriele Münter- und Johannes Eichner-Stiftung, München
© 2021, ProLitteris, Zürich
Jetzt wird Gabriele Münter in Bern mit einer Ausstellung im Zentrum Paul Klee geehrt. Die erste umfassende Retrospektive in der Schweiz ist noch bis zum 8. Mai zu sehen.
Als Mitbegründerin der legendären Künstlergruppe Der Blaue Reiter zählt Gabriele Münter zu den bedeutendsten Künstlerinnen des deutschen Expressionismus und gilt als Wegbereiterin der modernen Kunst. In einer von Männern dominierten Berufswelt hat sie über sechs Jahrzehnte ein äußert vielseitiges Werk geschaffen und eine eigenständige kraftvolle Bildsprache entwickelt. Wie viele ihrer Zeitgenossinnen blieb Gabriele Münter in der Kunstgeschichte lange Zeit unbeachtet. Selbst im fortschrittlichen Kreis um den Blauen Reiter, für den Münter wichtige Anregungen beisteuerte und maßgebliche redaktionelle Arbeit leistete, waren Künstlerinnen von theoretischen Gesprächen ausgeschlossen, da ihnen nicht die gleichen intellektuellen und schöpferischen Fähigkeiten zugetraut werden wie ihren männlichen Mitstreitern. In der einschlägigen Literatur ist daher immer von Wassily Kandinsky und Franz Marc als Hauptpersonen des Blauen Reiter die Rede. Gabriele Münters Anteil an der Redaktion des Almanachs Der Blaue Reiter wird mehrheitlich ausgeblendet und die Qualität ihres Werkes vorwiegend auf die gemeinsamen Jahre mit Kandinsky reduziert.
Quelle dieser Einführung und alle Informationen zur Ausstellung in Bern: Gabriele Münter. Pionierin der Moderne
Viel Spaß in Bern!
Hinterlasse eine Antwort zu vengodalmare Antwort abbrechen