Nachdem ich gestern weit ins Mittelalter zurückgegangen bin, soll es heute wieder Richtung moderner Zeiten gehen – allerdings nur bis in den Barock: Der venezianische Maler Tiepolo wird derzeit in einer Einzelausstellung in der Staatsgalerie in Stuttgart gezeigt. Die Ausstellung mit dem Titel: „Tiepolo – der beste Maler Venedigs“ ist noch bis Anfang Februar zu sehen.

Die vorwiegend sakrale Figurensprache des Barockmalers ist beeindruckend zu sehen. Fast jedes Element der Bilder hat eine eigene, meist verborgene Bedeutung und im Zusammenspiel dieser Bedeutungen entstehen umfangreiche „Bildgeschichten“.
Der Maler, dessen berühmteste Werke in Deutschland die Deckenausmalungen der Residenz in Würzburg sind, wird von seinen Zeitgenossen gefeiert. 1696 in Venedig geboren, steigt er zu einem der bedeutendsten Künstlern des 18. Jahrhunderts auf, der in Italien ebenso begehrt war wie eben in Würzburg oder am Ende seines Lebens auch in Madrid.
„Mit seinen prachtvollen Bildinszenierungen stellte sich Tiepolo in die große Tradition der venezianischen Malerei. Seine Werke galten als Inbegriff der Kreativität und Fantasie. Zugleich fanden Humor und Ironie Eingang in seine Bildwelten und forderten traditionelle Kunstvorstellungen heraus. Verfremdungen und Mehrdeutigkeiten tragen auch heute noch zur Irritation des Betrachters bei. An der Zeitenwende zur Aufklärung weisen Tiepolos Werke auf Darstellungsstrategien voraus, die sich über Francisco de Goya bis in die Moderne beobachten lassen.“
Besonders gefallen haben mir die grafischen Werke, die in der Ausstellung zu sehen sind – die Staatsgalerie verfügt selbst über eine der umfangreichsten und wichtigsten Sammlungen von Tiepolo Grafiken. Für mich sieht man insbesondere in diese Grafiken das Können des Künstlers. Mit wenigen Strichen gezeichnete Alltagssituation oder fast schlichte Radierungen zeugen von diesem Können des „Besten Malers Venedigs“.
Quelle dieser Einführung und alle weiteren Informationen zur Ausstellung: Tiepolo.
Viel Spaß in Stuttgart!
Hinterlasse eine Antwort zu Lars – Arte Concreta Antwort abbrechen