Carlos Cruz-Diez und Johann Wolfgang Goethe

Noch einmal zum Altmeister der Op-Art – dem venezolanischen Künstler Carlos Cruz-Diez, dem derzeit eine große Retrospektive im Museum für Konkrete Kunst in Ingolstadt gewidmet (MKK Ingolstadt) ist.

Der 1923 geborene Carlos Cruz-Diez ist einer der wichtigsten internationalen Op-Art-Künstler. Er ist einer der letzten noch lebenden Op-Art-Künstler aus dem Umfeld von Victor Vasarely oder Jesús Rafael Soto, den beiden zentralen Künstlern der Op-Art und Kinetischer Kunst. Carlos Cruz-Diez wird 1923 in Venezuela geboren, lebt und arbeitet aber seit Beginn der sechziger Jahre in Paris.

Carlos_Cruz_Díez

Carlos Cruz-Diez, Fisiocromía Boricua, Jardín Botánico, Universidad de Puerto Rico, Alan from Washington, DC, USA, Carlos Cruz Díez FisiocromíaBoricua, CC BY 2.0

„Seit über 50 Jahren experimentiert Carlos Cruz-Diez mit Farbe und Optik. So wie Johann Wolfgang von Goethe, auf den sich der Op-Art-Künstler auch beruft.

Die Farbenlehre des deutschen Dichters und Denkers sei eine entscheidende Lektüre gewesen, sagte der Franko-Venezolaner. Damit habe vieles angefangen. Das war Mitte/Ende der 50er Jahre. Seitdem schafft der inzwischen 94-Jährige visuelle Kunst, die mit der Wahrnehmung des Betrachters Schabernack treibt. …

Goethe hatte sich zwischen 1791 und 1810 mit der Wahrnehmung von Licht und Farbe auseinandergesetzt und ein opulentes Werk darüber verfasst. Cruz-Diez hat ein Gesamtwerk aus Malereien, Papierarbeiten, Grafiken, raumgreifende Lichtinstallationen und großformatigen Projekten im öffentlichen Raum geschaffen, wofür er zahlreiche Preise und Auszeichnungen erhielt.

Er sei ein Farbforscher, sagte er der Deutschen Presse-Agentur in Paris weiter. Ein Rundumblick in seinem Atelier reicht als weiterführende Erklärung aus: Gitterraster-Bilder, deren Farben sich ändern, je nachdem wo man steht, und die anschwellen, um plötzlich wieder zu schrumpfen.

Cruz-Diez wurde 1923 in Caracas geboren, wo er an der dortigen Hochschule für Bildende Kunst studierte. Bevor er jedoch begann, seine Farblabyrinthe zu schaffen, arbeitete er als Werbegrafiker und Illustrator. Anfang der 60er Jahre ließ er sich in Paris nieder, wo er noch heute lebt und arbeitet. Im Jahr 1997 wurde ihm in seiner Geburtsstadt Caracas ein Museum gewidmet. …

Cruz-Diez gilt im Bereich der Farbtheorie als eine Schlüsselfigur des 20. Jahrhunderts. Im Mittelpunkt seiner Arbeit steht die Wirkung von Farbe durch Bewegung, Licht und optische Effekte. Dabei wird die Farbe als eigenständige Wirklichkeit betrachtet, die weder Beiwerk, noch Form braucht.“

Quelle: Sabine Glaubitz, „Op-Art-Künstler Carlos Cruz-Diez: Farbe im Kopf“, Frankfurter Neue Presse vom 16.03.2018, unter: http://www.fnp.de/nachrichten/kultur/Op-Art-Kuenstler-Carlos-Cruz-Diez-Farbe-im-Kopf;art46564,2935816, aufgerufen am 02.04.2018

Hier noch zwei Links zu mehr Informationen zum Künstler und seinem Werk: der Internetauftritt des Künstlers Carlos Cruz-Diez und die Webseite der Carlos Cruz-Diez Foundation.

Einige Werke der Künstlers auch bei WikiArt: Carlos Cruz-Diez

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