In den achtziger Jahren erlebt die Konkrete Kunst eine weiter bemerkenswerte Entwicklung und Wiederbelebung. In dieser Dekade wird sie durch neue Konzepte, Materialien und Techniken geprägt, die die klassischen Prinzipien der Geometrie, der klaren Linien und der reinen Farben erweitern und modernisieren. Die Künstlerinnen und Künstler dieser Jahre bewahren zwar die abstrakte und rationale Ästhetik der Konkreten Kunst, integrierten jedoch zeitgenössische Einflüsse und experimentieren mit neuen Ausdrucksformen.
Einer der einflussreichsten Künstler der achtziger Jahre in diesem Bereich ist immer noch François Morellet, der schon in den Dekaden davor einer der Vordenker der Konkreten Kunst Bewegung ist. Er verbindet die Prinzipien der Konkreten Kunst mit konzeptuellen und minimalistischen Ansätzen. Bekannt für seine streng geometrischen Kompositionen und seine Verwendung von Neonröhren, erforscht Francois Morellet systematisch mathematische Muster und Zufallsstrukturen. Er nutzt serielle Anordnungen und Wiederholungen, um dynamische visuelle Effekte zu erzeugen, die das traditionelle Verständnis von Raum und Wahrnehmung herausfordern.
Künstler wie Imi Knoebel und Helmut Federle greifen auf geometrische Formen und minimalistische Kompositionen zurück, um emotionale und spirituelle Dimensionen zu erkunden. Sie verbinden die rationale Strenge der Konkreten Kunst mit einer persönlichen, introspektiven Ausdruckskraft.
Auch die bereits mehrfach in den vergangenen Tagen erwähnte Künstlerin Bridget Riley, die als Pionierin der Op-Art gilt, beeinflusst die Konkrete Kunst in den achtziger Jahren weiterhin mit ihren großformatigen, optisch vibrierenden Werken. Ihre Gemälde, die auf präzisen geometrischen Mustern und intensiven Farbkontrasten basieren, erzeugen eine Illusion von Bewegung und Tiefe. Bridget Riley erforscht systematisch die Interaktion von Farben und Linien und schafft Werke, die sowohl eine strenge formale Ordnung als auch eine dynamische Sinneserfahrung vermitteln.
Peter Halley, der in den achtziger Jahren in New York bekannt wird, bringt eine postmoderne Interpretation in die Konkrete Kunst ein. Er nutzt geometrische Formen, um die gesellschaftliche Struktur der Urbanität zu reflektieren, insbesondere durch seine „Zellen“ und „Kanäle“, die an Grundrisse von Gefängnissen oder Stadtarchitekturen erinnern. Peter Halley kombiniert leuchtende Farben mit Rasterstrukturen und setzt industriell gefertigte Materialien ein, um die Entfremdung und Isolation in der modernen Gesellschaft zu thematisieren.

In Europa beeinflusst außerdem die Bewegung der „Neuen Geometrie – Neo-Geo“ die Konkrete Kunst in den achtziger Jahren. Die Neo-Geo-Bewegung, die eben in den achtziger Jahren entsteht, ist vor allem für ihre abstrakt-geometrischen Kunstwerke bekannt. Die Neo-Geo-Bewegung, umfasst Künstlerinnen und Künstler, wie eben Peter Halley, aber auch Jeff Koons und Ashley Bickerton, die durch ihren kühlen und abstrakten Stil auffallen. Ihre Werke weisen häufig eine markante geometrische Struktur auf, die an architektonische Formen erinnert. Diese Künstler verwenden die Sprache der Architektur, um über strukturelle und räumliche Konzepte in der modernen Welt nachzudenken.
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