George Vantongerloo und die unsichtbaren Gesetzmäßigkeiten des Universums

Vorgesten habe ich den Belgier Jef Verheyen, einen Wegbereiter der Monochromen Kunst hier vorgestellt. Ich bin in Belgien hängengeblieben. Auch wenn Belgien jetzt wohl nicht die ganz große Tradition in der konkreten Kunst oder der geometrischen Abstraktion hat, so gibt es doch einige Künstlerinnen und Künstler, der Beiträge Spuren hinterlassen haben. Allen voran George Vantangerloo, der bedeutendste Vertreter der Konkrekten Kunst aus Belgien.

Der Künstler, Architekt und Theoretiker George Vantongerloo gilt als einer der einflussreichsten Vertreter der geometrischen Kunst und ein Pionier der Moderne. Er hinterlässt ein umfassendes Werk von Malereien, Skulpturen, Architektur und Design, dass sich dadurch auszeichnet, dass es sich stets an mathematischen Prinzipien und universellen Harmonien orientiert.

George Vantongerloo, Composition émanante de l’équation y=-ax2+bx+18 avec accord de l’orangé-vert-violet, 1930,
Quelle: WikiArt.org, (c) FairUse

George Vantongerloo studiert zunächst Malerei in Antwerpen und setzte seine Ausbildung später in Brüssel fort. Ursprünglich war er von naturalistischer und figurativer Kunst beeinflusst, entwickelt jedoch früh ein Interesse an abstrakten Formen und der Beziehung von Kunst zu Mathematik und Wissenschaft.

Nach dem Ersten Weltkrieg wendet sich George Vantongerloo vollständig der abstrakten Kunst zu und tritt 1917 der niederländischen Künstlergruppe De Stijl bei. George Vantongerloo teilt mit Piet Mondrian die Idee, dass Kunst universelle Prinzipien ausdrücken sollte, die über individuelle Empfindungen hinausgehen. Allerdings entfernt sich George Vantongerloo bald von Piet Mondrians strikter Verwendung von rechtwinkligen Kompositionen und reinen Primärfarben und entwickelt eine eigene Formensprache. 1921 verlässt er schließlich De Stijl.

Seine Werke aus den zwanziger- und dreißiger Jahren, in denen er immer noch unter dem Einfluss der De Stijl Ideen arbeitet, zeigen oft geordnete Linien, geometrische Formen und Farbfelder, die durch mathematische Berechnungen strukturiert sind. Er betrachtete Kunst als ein Mittel, um die unsichtbaren Gesetzmäßigkeiten des Universums zu erforschen. Sein Interesse an Harmonie, Mathematik, Gleichgewicht und Proportion spiegelt sich dabei nicht nur in seinen Werken, sondern auch in seinen Schriften wider. George Vantongerloo veröffentlicht zahlreiche Schriften über Kunst, Wissenschaft und Mathematik. Er beschäftigte sich darin intensiv mit den theoretischen Möglichkeiten, durch die Kombination von Wissenschaft und Kunst neue Ausdrucksformen zu schaffen.

In den dreißiger-Jahren zieht George Vantongerloo dann nach Paris und schließt sich der Gruppe Abstraction-Création an, die sich der Förderung der abstrakten Kunst widmete. Während dieser Zeit erweiterte er sein künstlerisches Repertoire um Skulpturen, die oft aus transparenten Materialien bestanden und das Spiel von Licht und Raum untersuchten.

In den letzten Jahrzehnten seines Lebens setzte er seine Forschung an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft fort. Seine Werke werden in zahlreichen internationalen Ausstellungen gezeigt und beeinflussten eine ganze Generation von Künstlern und Designern. George Vantongerloo stirbt 1965 in Paris. Sein Beitrag zur abstrakten Kunst und sein visionäres Denken machen ihn zu einer Schlüsselfigur der Kunst des 20. Jahrhunderts.

Mehr zum Belgier: Georges Vantongerloo – zwischen De Stijl und Abstraction-Création

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