Fiene Scharp – Raster und serielle Strukturen

Eine weitere Künstlerin, die in den Ausstellungen in Ingolstadt und Würzburg – „24! Fragen an die konkrete Gegenwart“ – mit Werken vertreten ist, ist die Berlinerin Fiena Scharp.

In Fiene Scharps Werken dominieren Raster und serielle Strukturen, die sich zu einem filigranen Liniengeflecht vereinen. Die organische Eigensinnigkeit der verwendeten Materialien, wie Papierschnitte, feine Grafitminen oder Haar, und der handwerkliche Herstellungsprozess bringen minimale Unebenheiten, Abweichungen und Irritationen in die ansonsten strengen Rasternetze ein.

Fiene Scharp, Ohne Titel (FS-01-178), 2023, Papierschnitt, Tusche auf Papier, 96, 2 x 73, 2 cm, Courtesy Galerie Kuckei+Kuckei, Berlin
© VG Bild-Kunst, Bonn 2023; Foto: Thomas Bruns

Die künstlerische Arbeit von Fiene Scharp umfasst auch eine Vielzahl von Papierschnittzeichnungen in verschiedenen Formaten und Ausprägungen. Bei den mittel- bis großformatigen Paper-Cuts werden häufig antiquarische Rasterpapiere aus dem technischen und wissenschaftlichen Bereich als Ausgangsmaterial verwendet. Mithilfe eines Skalpells werden die Zwischenräume der Lineaturen präzise herausgetrennt, wodurch nur die Koordinatenlinien als zerbrechliches Netzwerk übrig bleiben.

Wenn die Paper-Cuts frei im Raum hängen, offenbaren sie ihre Ambivalenz zwischen Zwei- und Dreidimensionalität sowie zwischen Grafik und Skulptur. Der Veränderungsprozess, der Bestandteil der Werke ist, zielt auf die bewusste Auflösung des Rasters.

Eine weitere Werkgruppe von Fiene Scharp sind die sogenannten Haarzeichnungen, die eine Schnittstelle zwischen Zeichnung und Objektkunst darstellen. Diese meist großformatigen Werke mögen auf den ersten Blick wie Zeichnungen erscheinen, doch bei genauerer Betrachtung wird deutlich, dass hier in akribischer Detailarbeit zentimeter- oder sogar millimeterkurze Haare in einem präzisen Raster angeordnet wurden. Die geometrischen Haarzeichnungen basieren auf einem sorgfältig gezeichneten Gitternetz, in dessen Knotenpunkten die Haare einzeln platziert wurden. Diese Arbeiten spielen mit der Grenze zwischen Zeichnung und Objekt und lassen das Haar zu einer Linie im Raum werden. Fiene Scharp durchbricht mit ihren Haarzeichnungen das Grundprinzip, das mit dem Raster verbunden ist, nämlich dessen Gleichförmigkeit und Struktur, indem sie die natürlichen Eigenschaften des Haares nutzt. Das Haar dehnt sich je nach Umgebungseinflüssen wie Trockenheit und Feuchtigkeit unterschiedlich aus, was zu einer faszinierenden Dynamik in den Werken führt

Quellen der obigen Einführung in das Schaffen den Künstlerin: Fiene Scharp – Wikipedia, die Einführung in das Werk im Webauftritt der Galerie Bender: Scharp, Fiene – Galerie Renate Bender und der Webauftritt der Künstlerin Fiene Scharp. Und hier noch ein Link zu einer Einführung in das Werk der Künstlerin in einem Video: FIENE SCHARP. Mit Haut und Haar | CastYourArt

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