Bart van der Leck: Vom Stipendiaten zum Mitbegründer von De Stijl

Bart van der Leck wird 1876 in Utrecht geboren. In seinem Elternhaus findet er kaum intellektuelle Förderung für seine künstlerischen Ambitionen – eine höhere Schulbildung gilt als weniger wichtig als eine handwerkliche Ausbildung -, und so beginnt Bart van der Leck im Alter von 14 Jahren eine Lehre als Glasmaler. Seine Leidenschaft für die Malerei treibt ihn jedoch weiter. Er bemüht sich um eine künstlerische Ausbildung und erhält schließlich ein Stipendium an der Kunstakademie in Amsterdam. Nach seinem Abschluss im Jahr 1904 entwickelt er explizit eigene Konzepte und wendet sich gegen die vorherrschenden Strömungen der niederländischen Malerei.

Bart van der Leck, Komposition mit einem grauen Strich, 1958,
Quelle: WikiArt, (c) FairUse

Bart van der Lecks Werke stoßen in der Öffentlichkeit zunächst auf wenig Beachtung und werden nur selten ausgestellt. Dennoch findet er Unterstützung durch eine Gruppe von Mäzenen. Seine wichtigste Förderin ist die Kunstsammlerin Helene Kröller-Müller, die er 1913 kennenlernt.

1907 unternimmt er mit seinen Kommilitonen Kees van Dongen und Lodewijk Schelfhout einen Studienaufenthalt nach Paris, der jedoch nach nur 14 Tagen aufgrund der schlechten Lebensbedingungen abgebrochen wird. Zurück in den Niederlanden ändert sich Bart van der Lecks thematischer Schwerpunkt. Er versucht nun, die verbindenden Elemente zwischen Menschen herauszuarbeiten und sie den trennenden gegenüberzustellen. Auf seinem Weg zur Abstraktion inspiriert ihn die ägyptische Kunst, die er in Paris gesehen hat. Neben einer zunehmenden Stilisierung seiner Formensprache konzentriert er sich auf die Verwendung von Primärfarben.

1916 ist Bart van der Leck eines der Gründungsmitglieder der De Stijl Bewegung in Laren. Trotz seiner Mitbegründung von De Stijl und seiner anfänglichen Euphorie für die Bewegung, lehnt Bart van der Leck es ab, sich einem künstlerischen Dogma zu unterwerfen. Er unterschreibt das Manifest der Gruppe nicht und verlässt die Bewegung nach etwas mehr als einem Jahr, um sich weiteren, eigenen Experimenten und Stilrichtungen zu widmen.

Neben der Malerei schafft Bart van der Leck in seinem Spätwerk auch Entwürfe für Teppiche, Textilien und Keramik. Seinem abstrakten Stil bleibt er jedoch bis zu seinem Lebensende 1958 treu.

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