Das Arp Museum Rolandseck geht noch bis 11. Januar kommenden Jahres den Aktivitäten der Pariser Künstlergruppe Abstraction-Création nach. Unter dem Titel Netzwerk Paris. Abstraction-Création 1931–1937 präsentiert die Ausstellung rund 70 Werke von Künstlerinnen und Künstlern wie Hans Arp, Max Bill, Alexander Calder, Robert Delaunay, Theo van Doesburg, Barbara Hepworth, Mainie Jellet, František Kupka, László Moholy-Nagy, Piet Mondrian, Marlow Moss, Sophie Taeuber-Arp und Georges Vantongerloo.

VG Bild-Kunst, Bonn 2025
Die Ausstellung rückt die Bedeutung einer autonomen, generationen-, geschlechter- und länderübergreifenden Vernetzung von Künstlerinnen und Künstlern in den Blick, für die Abstraction-Création in einer Zeit erstarkender Ideologien eintritt. Ziel ist es, eine Zeitenwende einzuleiten, in der Kunst für eine freie Welt steht: Abstraktion gegen Faschismus.
Künstlergruppen bilden einen festen Bestandteil der Avantgarde. Nach der Weltwirtschaftskrise 1929 geraten neben künstlerischen Anliegen auch Strukturen unabhängiger Selbstorganisation und -vermarktung in den Fokus. Vor diesem Hintergrund gründet sich in Meudon bei Paris auf Initiative von Hans Arp und Theo van Doesburg die Gruppe Abstraction-Création. Ihr Anliegen ist es, den kaum vorhandenen Markt für abstrakte Kunst durch eine unabhängige internationale Gemeinschaft zu entwickeln und zu stärken. Zeitweise umfasst die Gruppe über 90 Mitglieder aus fast 20 Ländern. Zusammen mit Schriftstellern, Sammlern, Verlegern und Kunstkritikern entsteht ein Netzwerk, das bis heute beispielhaft für künstlerische Selbstorganisation steht.
Inhaltlich vertritt die Gruppierung zwei Strömungen: die Abstraktion von Naturformen und die Kreation rein geometrischer Formen. Damit überbrückt sie auch den Richtungsstreit konkurrierender Avantgarden. Malerinnen, Bildhauer und Architektinnen verfolgen gemeinsam die Befreiung vom Illusionismus und die Hinwendung zur Abstraktion, verbunden mit dem Wunsch nach gesellschaftlichem Neubeginn.
Im Kontext faschistischer Bewegungen, die Rasse, Ideologie und Nationalismus propagieren, verteidigt Abstraction-Création explizit die Freiheit der Kunst und die Vielfalt. Mit eigenen Ausstellungsräumen in Paris etabliert sie sich bis 1937 als letzte kosmopolitische Avantgarde-Vereinigung vor dem Zweiten Weltkrieg. Nach 1945 werden viele Mitglieder zu Botschaftern einer neuen Epoche, die Abstraktion als universale Weltsprache begreifen.
Quelle dieser Einführung und alle Informationen zur Ausstellung: Netzwerk Paris. Abstraction-Création / Arp Museum Bahnhof Rolandseck
Viel Spaß in Remagen!
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