John Carter wird 1942 einem Vorort von London geboren. Er zählt zu den bedeutendsten Vertretern der britischen konstruktivistischen und konkreten Kunst der Nachkriegszeit. Seine künstlerische Laufbahn beginnt er mit einem Studium in Twickenham und London. Früh beeinflusst durch die konkrete Kunst sowie durch Künstler wie Ben Nicholson und Max Bill, entwickelt John Carter bereits in den sechziger Jahren eine eigene, unverwechselbare Formensprache. Zu dieser Zeit fertigt er vor allem Collagen auf Papier an, wobei er die kräftigen Farben der Pop-Art verwendet und ein zunehmendes Interesse an Formen und Geometrie zeigte. In den sechziger Jahren erhält er das renommierte Leverhulme-Reisestipendium, das ihm eine Reise nach Frankreich und Italien ermöglicht. Dort beginnt er, sich intensiv mit der Geometrie der Architektur und der klassischen Proportion auseinanderzusetzen – Elemente, die sein Werk zeitlebens prägen werden.
Nach seiner Rückkehr nach London arbeitet er eine Zeit lang als Assistent für den Bildhauer Bryan Kneale. Bereits 1966 wird er in die Ausstellung New Generation an der Whitechapel Art Gallery aufgenommen – ein bedeutender Karriereschritt, der ihn als vielversprechenden jungen Künstler etabliert. Zwei Jahre später hatte er seine erste Einzelausstellung in der Redfern Gallery in London. In diesen sechziger Jahren entstehen auch seine ersten konstruktivistischen Werke, in den er die Eigenschaften von Malerei und Skulptur zu hinterfragen beginnt. Seitdem ist John Carter für seine sogenannten „Wandobjekte“ bekannt – Konstruktionen aus geformtem und bemaltem Sperrholz, die einen neuartigen Dialog zwischen Malerei und Skulptur herstellen. Die Flächigkeit, die Farbe und die gegliederten Flächen sind typisch für Gemälde, doch die Konturen und eingeschnittenen Linien, die die bemalte Oberfläche durchdringen, suggerieren eine skulpturale Qualität.

Acrylic and marble powder on plywood; Quelle: Galerie St-Hilaire – Art contemporain – Fribourg – Suisse
Mitte der siebziger Jahre beginnt John Carter, Wandobjekte und Skulpturen kleineren Maßstabs zu schaffen, die dennoch mit der Wahrnehmung des Betrachtenden spielen. Diese erfordern die Beteiligung des Betrachtenden, denn je näher dieser dem Werk kommt und es aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet, desto mehr verändert sich seine Wahrnehmung. In den achtziger und neunziger Jahren unterrichtete John Carter am Chelsea College of Art and Design, wo er Generationen von Künstlerinnen und Künstlern prägt.
Sein Werk findet durch eine Vielzahl von Ausstellungen in bedeutenden Galerien und Museen international Anerkennung. John Carter bleibt seiner konzeptuellen Linie stets treu und erforscht mit analytischer Strenge, poetischem Feingefühl und einer kompromisslosen Klarheit über die Jahrzehnte hinweg die Beziehung von Fläche, Raum und Farbe. Er ist ein stille, aber nachhaltige Stimme in der britischen Gegenwartskunst.
Mehr von John Carter auf den Webseiten der Galerie St-Hilaire in Fribourg und der The Redfern Gallery
Vielen lieben Dank der Galerie St-Hilaire für den Hinweis und die Unterstützung!
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