Christo und Jeanne-Claude gehören zu den einflussreichsten Installationskünstlern der modernen Kunstgeschichte. Über Installationskunst zu schreiben ohne die Beiden zu erwähnen ist kaum möglich.
Christo und Jeanne-Claude sind ein Künstlerpaar, das weltweit für seine spektakulären, temporären Installationen bekannt wird. Christo Vladimirov Javacheff wird in Bulgarien, geboren, und Jeanne-Claude erblickt in Marokko, das Licht der Welt. Die beiden lernen sich Ende der fünfziger Jahre in Paris kennen und beginnen, gemeinsam Kunstwerke zu erschaffen, die sich durch monumentale Verhüllungen und groß angelegte Landschaftsinstallationen auszeichnen.
Ein zentrales Element ihrer Arbeit ist die Transformation bekannter Gebäude und Landschaften durch Verhüllung. Sie verwenden Stoffe und Seile, um architektonische und natürliche Strukturen neu erfahrbar zu machen. Zu ihren bekanntesten Projekten zählt die Verhüllung des Berliner Reichstags (1995), bei der das historische Gebäude für zwei Wochen in silbernen Stoff gehüllt wurde. Diese Installation zieht Millionen Besucher an und wurde als Symbol für den Wandel nach der Wiedervereinigung Deutschlands interpretiert.
Ein weiteres berühmtes Werk war The Gates (2005) im Central Park in New York. Hier platzieren sie 7.503 leuchtend orangefarbene Tore entlang der Parkwege, die mit Stoffbahnen geschmückt waren. Die Installation schafft eine neue visuelle Erfahrung des Parks und verleiht ihm eine poetische, fast meditative Atmosphäre.
Auch in der Natur realisieren sie beeindruckende Projekte, darunter Surrounded Islands (1983) in Florida, bei dem elf Inseln in der Biscayne Bay mit pinkfarbenem Stoff umgeben werden. Ebenso legendär war The Floating Piers (2016) auf dem Iseosee in Italien, wo leuchtend goldene Stege eine begehbare Verbindung zwischen dem Festland und einer Insel schaffen.
Einen Überblick über ihre realisierten Projekte findet sich hier: Christo and Jeanne-Claude
Alle Projekte von Christo und Jeanne-Claude werden ausschließlich durch den Verkauf von Zeichnungen, Modellen und Vorstudien finanziert – sie lehnen öffentliche Gelder und Sponsoring konsequent ab. Ihre Kunst ist stets temporär, oft nur für wenige Wochen sichtbar. Dadurch stellen sie die Vergänglichkeit in den Mittelpunkt und schaffen Erlebnisse, die nur durch persönliche Teilnahme vollständig erfahrbar sind.
Nach Jeanne-Claudes Tod im Jahr 2009 setzt Christo ihre gemeinsame Arbeit fort. Sein letztes großes Projekt war die Verhüllung des Arc de Triomphe in Paris (2021), das posthum nach seinen Plänen realisiert wird. Christo verstirbt 2020, doch das Erbe des Künstlerpaares bleibt lebendig. Ihre Werke fordern die Wahrnehmung heraus, verwandelten Landschaften und Städte und hinterlassen unvergessliche visuelle Eindrücke.
Viel mehr Informationen und Eindrücke ihrer Werke auf den Webseiten des Künstlerpaares: Christo and Jeanne-Claude
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