In den sechziger Jahren wird die Auseinandersetzung mit gegenstandsloser Kunst nicht nur immer umfang- und variantenreicher, sondern auch mit neuen technologischen und optischen Möglichkeiten erweitert. Besonders in Europa und Südamerika gewinnen Künstlerinnen und Künstler an Bedeutung, die sich mit kinetischen und optischen Effekten, seriellen Strukturen und systematischen Farbkonzepten auseinandersetzen. Es sind zudem die Jahre der aufkommenden Op-Art.

Quelle: WikiArt.org – Enzyklopädie der visuellen Künste, (c) FairUse
Einer der wichtigsten Vertreter dieser Zeit und der Op-Art ist Victor Vasarely, der als Begründer der Op-Art gilt, einer Bewegung, die eng mit der Konkreten Kunst verbunden ist. Victor Vasarely entwickelt optische Illusionen, die durch präzise geometrische Muster und Kontraste eine Bewegung im Auge des Betrachtenden erzeugen. Seine Werke basieren auf mathematischen Berechnungen und systematischen Anordnungen, womit er die visuelle Wahrnehmung herausfordert.
In Deutschland prägt Josef Albers die Konkrete Kunst maßgeblich. Bereits in den fünfziger Jahren hat er seine berühmte Werkreihe Homage to the Square begonnen, die er in den sechziger Jahren weiterführt. Es entstehen mehr als tausend Bilder in denen drei oder vier Quadrate zu sehen sind, die ineinandergelegt sind und eben auch noch als „Homages to the square – Homage an das Quadrat“ bezeichnet sind. Und trotzdem behauptet Josef Albers immer, er male keine Quadrate, sondern Farbbeziehungen, denn in diesen Gemälden untersuche er die Wirkung von Farben, indem er die quadratischen Flächen in verschiedenen Nuancen und Anordnungen überlagert. Sein Interesse gilt übrigens nicht nur der Kunst, sondern auch der Lehre – als ehemaliger Bauhaus-Lehrer hatte er erheblichen Einfluss auf nachfolgende Künstlergenerationen.
Ein weiterer bedeutender Künstler ist François Morellet aus Frankreich. Seine Arbeiten in den sechziger Jahren sind oft durch serielle Strukturen und mathematische Zufallsprinzipien geprägt. François Morellet integriert industrielle Materialien und Neonlicht in seine Werke und untersucht das Zusammenspiel von Ordnung und Störung innerhalb der Konkreten Kunst. Seine systematische Herangehensweise an Kunst machte ihn zu einer Schlüsselfigur der gegenstandlosen Kunstbewegung in dieser Zeit.
In den sechziger Jahren wird die Konkrete Kunst zunehmend interaktiv und optisch experimentell. Die Kombination aus mathematischer Präzision, neuen Materialien und optischen Illusionen führte zu einer Erweiterung der Bewegung, die bis heute in der zeitgenössischen Kunst nachwirkt.
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