Zur Geschichte der Konkreten Kunst – der Anfang

Mal wieder auf der Suche nach spannenden Konkreten Künstlern, bin ich durch die Geschichte der Konkreten Kunst gegangen. Bin schlussendlich bei der Geschichte an sich hängengeblieben und habe einige Beiträge dazu erstellt, die ich in den kommenden Tagen hier veröffentlichen werde. Viel Spaß damit und wie immer, vielen lieben Dank für Eure Rückmeldungen, Kommentare, Hinweise und Fragen.

Beginnen wir am Anfang: Die Konkrete Kunst Bewegung entsteht in den zwanziger Jahren. In den dreißiger und vierziger Jahren erlangt sie allmählich ihre besondere Bedeutung. Sie zeichnet sich zunächst durch ihre klare, geometrisch, mathematisch strukturierte Formensprache aus. Zudem konzentriert sie sich meist auf opake Flächen und nutzt diese, wie auch Linien, ohne jeglichen Bezug zur Natur oder realen Welt. Die Werke sind am Anfang der Konkreten Kunst Bewegung oft mathematisch durchdacht und folgen strengen kompositorischen Prinzipien. Ziel der Künstlerinnen und Künstler ist es, eine objektive Ästhetik zu schaffen. Diese Ästhetik ist zeitlos. Sie besteht unabhängig von subjektiven Empfindungen und Interpretationen.

Theo van Doesburg 157, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons

Einer der einflussreichsten Künstler dieser Bewegung ist der – schon so oft hier erwähnte – Theo van Doesburg. Er prägt 1930 als Erster den Begriff „Konkrete Kunst“. Als Mitbegründer der De-Stijl-Bewegung trägt er zur Entwicklung einer streng geometrischen und farblich reduzierten Formensprache bei. Theo van Doesburgs Arbeiten zeichnen sich durch meist horizontale und vertikale Linien sowie den Einsatz der Primärfarben Rot, Blau und Gelb aus. Er betont, dass Kunst nicht abstrahieren, sondern konkrete visuelle Realitäten schaffen solle. Und genau dies gilt für die Bewegung bis zum heutigen Tag: Es werden keine Gegenstände abstrahiert oder mit geometrischen Formen zusammengesetzt. Stattdessen werden visuelle Realitäten geschaffen. Auf diese sollen sich die Betrachtenden einlassen.

Piet Mondrian, ein weiterer Pionier der Konkreten Kunst und ebenfalls Mitglied von De Stijl, beeinflusst quasi zeitgleich mit Theo van Doesburg die Bewegung mit seinen Kompositionen aus schwarzen Linien und Rechtecken in den Grundfarben rot, blau und gelb. Seine Werke der späten Phase repräsentieren eine radikale Reduktion der Formen und Farben auf das Wesentliche, was die Idee der universellen Harmonie und Ordnung widerspiegelt. Diagonale Linien sind für ihn ebenso tabu, wie Mischfarben. Die Mathematik und harmonische Proportionen haben bei seiner Kunst noch eine untergeordnete Bedeutung. Dies ändert sich bei den mathematischen Arbeiten von Max Bill.

Max Bill, ein Schweizer Künstler und Architekt, ist ebenfalls eine Schlüsselfigur der Konkreten Kunst. Als ehemaliger Bauhaus-Schüler verbindet er konstruktivistische Prinzipien mit mathematischer Präzision. Seine Skulpturen und Gemälde zeichnen sich durch klare Geometrie und harmonische Proportionen aus. Max Bill ist nicht nur Künstler, sondern auch Theoretiker und Organisator, der die Konkrete Kunst international bekannt macht.

Weitere wichtige Vertreter sind Josef Albers, bekannt für seine „Homage to the Square“-Serie, in der er die Wechselwirkung von Farben untersucht, sowie Richard Paul Lohse, dessen modulare Bildsysteme durch eine systematische Anordnung von Farbfeldern bestechen. Auch Camille Graeser und Verena Loewensberg, beide Mitglieder der Zürcher Konkreten, prägen in der Folge von Max Bill die Bewegung mit ihren streng geometrischen Kompositionen.

Die Konkrete Kunst beeinflusst fortan zahlreiche nachfolgende Bewegungen, darunter die Op-Art und die Minimal Art. Sie wird in den kommenden Jahrzehnten ein bedeutender Meilenstein in der Geschichte der modernen Kunst. In den kommenden Tagen ein wenig mehr zu den wesentlichen Etappen der Bewegung der Konkreten Kunst.

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Eine Antwort zu „Zur Geschichte der Konkreten Kunst – der Anfang“

  1. Avatar von impossiblywinged741bde0d1b
    impossiblywinged741bde0d1b

    Freue mich, Ihre folgenden Publikationen zu lesen ! Immer interessant, besonders wenn weniger bekannte Künstler.innen erwähnt sind. Freundliche Grüsse aus Fribourg (CH), Laurence Fasel

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