Farbrausch in Düsseldorf

Zum Neuen Jahr nicht nur alles Gute, sondern auch einen Tipp für ein besondere Ausstellung, die derzeit in Düsseldorf zu sehen ist: Der Kunstpalast Düsseldorf zeigt noch bis zum 30. März die Ausstellung „Farbrausch“. Jede Menge konkrete Werke und Farbfeldmalereien zeigen, wie Künstlerinnen und Künstler in der Mitte des 20. Jahrhunderts die Farbe zum Zentrum ihres Schaffens machen und Farbe sie zu einem eigenen Bildmotiv erheben.

Gene Davis, Laufsteg, 1965, Acryl auf Leinwand 107 x 234 cm, Stiftung Sammlung Kemp, Kunstpalast, Düsseldorf, © VG Bild-Kunst, Bonn, 2024, Foto: Kunstpalast – Horst Kolberg – ARTOTHEK

Als Kunstströmung hatte die Farbfeldmalerei ihren Ursprung im New York der vierziger Jahre. Kunstschaffende erkunden in der Zeit des politischen und kulturellen Wandels neue Ansätze in der abstrakten Malerei und nähern sich durch den experimentellen Umgang mit Technik und Material einer stark reduzierten Bildsprache an. Der Fokus wird auf ein harmonisches Verhältnis von klaren Formen und intensiven Farben gelegt und großformatige Leinwände kommen zum Einsatz.

Ab den fünfziger Jahren bildeten sich zwei grundsätzliche Auffassungen der Farbfeldmalerei heraus. Maler wie Winfred Gaul oder Kenneth Noland rücken die formalen Eigenschaften der Werke selbst in das Blickfeld. Struktur, Komposition und Technik stehen im Mittelpunkt ebenso wie die Farbe als eigenständiges Gestaltungselement. Andere Künstlerinnen und Künstler wenden sich dem Erleben der Betrachtenden und deren Reaktionen auf Formen und Farben zu – Josef Albers’ Werk ist hierfür beispielhaft. 

Ab den sechziger Jahren lassen Maler wie Ellsworth Kelly und Frank Stella die traditionell rechteckige Leinwand hinter sich: Geformte Leinwände entwickeln sich zu einem wichtigen Mittel des künstlerischen Ausdrucks. Form und Farbe sollen fortan nicht länger durch das Format eingeschränkt sein. An der Grenze zwischen Malerei und Skulptur steht jetzt das Wechselverhältnis zwischen Bildinhalt und Bildformat der Werke im Zentrum.

Indem sie sich das Zusammenspiel zwischen Farbe, Form und Raum zunutze machten, experimentieren einige Künstlerinnen und Künstler später auch damit, ihre Bilder ins Dreidimensionale zu übertragen. Mit dem malerischen Schritt in den Raum verwandeln sie Farbflächen in Skulpturen und Installationen. So kommen bei Imi Knoebel neue Materialien wie Aluminium oder Kunststoff zum Einsatz, auf denen die Farben andere Effekte erzielen als auf herkömmlichen Leinwänden. Fritz Klingbeil hingegen befördert die Interaktion zwischen Werk und Betrachtenden: Diese werden dazu animiert, sich durch den Raum zu bewegen und so die Perspektive fortwährend zu wechseln.

Quelle dieser Einführung und alle Informationen zur Ausstellung: Farbrausch – Kunstpalast Düsseldorf

Viel Spaß in Düsseldorf!

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2 Antworten zu „Farbrausch in Düsseldorf“

  1. Avatar von vengodalmare

    Buon Anno e grazie per tutta l’Arte che mi fai conoscere.

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