Eines der bekanntesten Mitglieder der De Stijl Bewegung und einer der einflussreichsten Designer des letzten Jahrhunderts: Gerrit Rietveld. Der niederländische Designer und Architekt Gerrit Rietveld leistet Pionierarbeit in der Architektur und im Möbeldesign. Bekannt wird er vor allem durch seine Stuhlentwürfe und durch sein Rietveld-Schröder-Haus in Utrecht.
Hauptmerkmale seiner von De Stijl beeinflussten Arbeiten sind die strenge Geometrie und die Reduzierung der Farbpalette auf die Grundfarben Rot, Blau und Gelb. Geboren 1888, absolviert Gerrit Rietveld zunächst eine Tischlerlehre im väterlichen Betrieb. Seine architektonischen Kenntnisse erwirbt er in Abendkursen des Architekten Piet Klaarhamer, dessen Architekturbüro Gerrit Rietveld durch häufige Aufträge eine solide finanzielle Absicherung bieten konnte und ihm so die Möglichkeit gibt, sich intensiv mit den neuen gestalterischen Möglichkeiten auseinanderzusetzen.
Piet Klaarhamer macht Gerrit Rietveld auch mit den Ideen der De Stijl-Bewegung vertraut. Bald schließt sich Gerrit Rietveld der Gruppe an, deren Ziel nicht nur die universelle Erneuerung der bildenden Künste durch rein sachliche, geometrische und farbreduzierte Gestaltung ist, sondern eben auch, dass diese Gestaltungsprinzipien auf alle Alltagsgegenstände angewendet werden sollen. Zwischen 1917 und 1918 entwirft er seinen berühmten Rot-Blauen Stuhl. Seine endgültige Form mit charakteristischer heller Lackierung in den Grundfarben erhält der Stuhl jedoch erst 1923. Mit diesem Möbelstück, das wie eine Manifestation der De Stijl-Philosophie wirkt, hat Gerrit Rietveld einen völlig neuen Möbelprototyp geschaffen: Wie wohl kein anderes Objekt vereint der Stuhl Elemente sowohl der formalen als auch der funktionalen De Stijl-Ideale. Es ist Kunstwerk und Gebrauchsgegenstand zugleich und demonstriert die utopische Vision einer anderen Idealform der Umwelt, die Gerrit Rietveld in gleicher Weise auch im Rietveld-Schröder-Haus interpretiert.

Ende der zwanziger Jahre und in den dreißiger Jahren verlegt Gerrit Rietveld seine Haupttätigkeit auf die Gestaltung und Dekoration von Innenräumen und kompletten Wohnhäusern. So entwickelt er für die Stadt Utrecht Standardbauelemente, die als Fertigteile unterschiedlich angeordnet und zu Wohneinheiten verbunden werden können.
1951 gestaltet Gerrit Rietveld eine Retrospektivausstellung über De Stijl, die in Amsterdam, Venedig und New York stattfindet. Das Interesse an seinem Werk erwacht dadurch wieder. In den darauffolgenden Jahren erhält er zahlreiche Aufträge, darunter den niederländischen Pavillon für die Biennale von Venedig, die Kunstakademien in Amsterdam und Arnheim sowie den Presseraum für das UNESCO-Gebäude in Paris. Bis zu seinem Lebensende 1964 bleibt er als Architekt aktiv. 1961 gründet er, bereits weit über 70 Jahre alt, eine Partnerschaft mit den Architekten Johan van Dillen und J. van Tricht und baut weiter eine Vielzahl von Häusern, viele davon in seiner Heimatstadt Utrecht.
Ich habe ihn und seinen rot-blauer Stuhl bereits im Frühjahr hier vorgestellt: Gerrit Rietveld und sein rot-blauer Stuhl | Arte Concreta; und hier noch der Link zur Webseite des Architekten und Designers: Gerrit Rietveld
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