Giulio Turcato und die Erneuerung der italienischen Kunst

Vorgestern habe ich bereits über Giulio Turcato, seinen surrealistischen Automatismus und sein politisches Engagement geschrieben. Hier jetzt noch ein wenig mehr zum Leben und Wirken des Italieners:

Giulio Turcato wird im Jahr 1912 in Mantua, Italien, geboren und absolvierte seine Ausbildung in Venedig, wo er zwischen 1925 und 1933 studiert. Ende der dreißiger Jahre zieht er nach Mailand, wo er zunächst in einem Architekturbüro arbeitet. Bereits zwei Jahre später, im Jahr 1939, hat Giulio Turcato die Gelegenheit, seine Kunstwerke in seiner ersten Einzelausstellung der Öffentlichkeit zu präsentieren. 
1943 zieht Giulio Turcato in die italienische Hauptstadt und tritt einige Jahre darauf der wegweisenden Künstlervereinigung „Fronte Nuovo delle Arti“ („Neue Front der Künste“) bei, … „Die Gruppe hatte es sich zum Ziel gesetzt, die italienische Kunst von Grund auf zu erneuern. Da man sich aber nicht auf einen gemeinsamen Weg zu diesem Ziel einigen konnte, kam es zur Spaltung der Vereinigung in eine Realistengruppe um Renato Guttuso und die „Abstrakten“, die sich 1952 in der informellen „Gruppo degli Otto“ neu formieren. … Verbindendes Stilelement war die Vereinigung eines gestisch impulsiven Stils mit Tendenzen geometrischer Linearität. 
Unabhängig von der bereits 1954 wieder aufgelösten „Gruppo degli Otto“ prägt diese Tendenz auch Giulio Turcatos Arbeiten. Nachdem er in seinem Frühwerk insbesondere Landschaften und Stillleben geschaffen hat, führen Einflüsse von Kubismus, dem farbstarken Fauvismus und namentlich von Henri Matisse den jungen Maler bald zu seinen charakteristischen, zwischen totaler Abstraktion und gegenständlichen Assoziationen changierenden, farbintensiven Kompositionen. Mit neuen Inspirationen belebt Giulio Turcato seine Kunst auch dank seiner zahlreichen Reisen, die ihn etwa 1956 nach Fernost und 1964 nach Ägypten führten.“

Quelle: Ketterer Kunst Biografien, ‚Giulio Turcato‘, online unter: https://www.kettererkunst.de/bio/giulio-turcato-1912.php , aufgerufen am 10.06.2019

Nochmals der Hinweis auf die Webseite der Stiftung, die sich um das Erbe des Künstlers kümmert: Giulio Turcato

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