Der Belgier Pol Bury – einer der wichtigsten Künstler Belgiens in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts – kommt nach einem kurzen Kunststudium und einer Zeit in der Malerei, in den fünfziger Jahren zu plastischen Werken. Bei einem Besuch in der Galerie Maeght in Paris sieht er die Plastiken und Mobiles von Alexander Calder, die in nachhaltig beeinflussen. Fortan eifert er seinem großen Vorbild Calder nach und führt Bewegung in seine künstlerischen Arbeiten ein.
Insbesondere seine frühen Arbeiten, die sogenannten Plans mobiles, sind vom Aufbau und von der Farbigkeit an die Plastiken von Alexander Calder angelehnt. Die Plans mobiles sind dreidimensionale Werke mit geometrischen Formen, die zunächst von den Besuchern in Gang gesetzt werden müssen, da ihnen elektrische Antriebe noch fehlen. Diese kommen erst Ende der fünfziger Jahre und in den sechziger Jahren in seinen Plastiken zum Einsatz, um beispielsweise übereinander gelegte, perforierte Scheiben rotieren zu lassen oder, die Schwerkraft vermeintlich überlistend, um Kugeln auf einer schiefen Ebene nach oben rollen lassen.
Immer wieder spielen insbesondere langsame Bewegungen eine große Rolle in seinen Werken. Diese „Langsamkeit der Bewegung“ der geometrischen Objekte, ob es sich nun um Objekte mit Kugeln, Würfeln, Zylindern oder schlicht Nylondrähten handelt, fordert vom Betrachter, sich Zeit zu nehmen und sich somit intensiv mit dem „bewegenden“, kinetischen Kunstwerk auseinander zu setzen.

Seit Mitte der siebziger Jahre entstehen dann eine Reihe von Monumentalplastiken im öffentlichen Raum – Brunnen, Denkmäler etc. Die Plastiken setzen sich fast alle aus geometrischen Grundformen zusammen. Pol Bury erlangt schlussendlich Weltruhm, stellt international aus und wird neben Alexander Calder zu einem der wichtigsten Vertreter der Kinetischen Kunst.
Bei WikiArt sind eine Reihe seine Kunstwerke hinterlegt: Pol Bury
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