Vorgestern habe ich einen der Hauptvertreter der kinetischen Kunst vorgestellt: Alexander Calder. Eine Begegnung mit Piet Mondrian Ende der zwanziger Jahre wird für die künstlerische Entwicklung des US-Amerikaners wichtig. Ein Jahr nach der Begegnung präsentiert Alexander Calder nämlich seine ersten freischwebende, von der Luft bewegten Kunstwerke, die später von Marcel Duchamp als ‚Mobiles‘ bezeichnet werden.
„Sorgfältig ausbalanciert, tanzen filigrane, an Drähten hängende Metallplättchen scheinbar schwerelos immer neue Choreographien. Eine Sensation in der Pariser Avantgarde.“ Erstmals in der Kunstgeschichte gelingt es einem Bildhauer das Volumen statischer Skulpturen vom Boden zu lösen und in sichtbare Bewegung umzusetzen. „Entscheidend ist dabei die Balance der einzelnen mit Draht und Gelenken verbundenen Elemente zu einer dreidimensionalen Einheit. Die kleinste Luftströmung erzeugt eine unabhängige Bewegung der Einzelteile in unendlichen Variationen.“

In den dreißiger Jahren entwickelt Alexander Calder eine weitere, stilbestimmende Form moderner Plastik, die ‚Stabiles‘. Diese Stabiles, die übrigens ihren Namen von Hans Arp bekommen, sind ein wichtiger Impuls für die Entstehung und Weiterentwicklung monumentaler Stahlplastiken. Alexander Calder „… sind es wuchtige, fest am Boden verankerte, farbig gefasst Stahlplatten, die sphärische und zoomorphe Formen annehmen und wie große geschwungene Segel in die Luft ragen. Ins Monumentale übertragen bilden sie zwar einen deutlichen Kontrast zur fragilen spielerischen Ästhetik der Mobiles, setzen aber eine dynamischen Kontrapunkt zum geometrisch nüchternen Stil der zeitgleichen modernistischen Architektur der Nachkriegszeit.“
Quellen dieses Beitrages: Christel Busch, „Bildende Kunst – Alexander Calder – Avantgarde in Bewegung“, 15.10.2013, Lettische Kulturakademie Online, Kulturreport, unter: Skulpturen in Bewegung – Alexander Calder, aufgerufen am 26.11.2023 und Reißer, U. und Wolf, N.: „Kunst-Epochen – Band 12 – 20.Jahrhundert“, Reclam-Verlag, Ditzingen, 2017, S.50f.
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