Nach einer Schildermalerlehre studiert Gerhard Frömel in den sechziger Jahren Gebrauchsgrafik in Linz. Mitte der siebziger Jahre, nach einigen Jahren freischaffender Tätigkeit als Grafiker, wird er an die Hochschule für künstlerische und industrielle Gestaltung, spätere Kunstuniversität Linz berufen und unterrichtet dort bis 2003.

Gerhard Frömel ist ein Hauptvertreter der Konkreten Kunst in Österreich und mit seinen Werken in Ausstellungen auf der ganzen Welt vertreten. In seiner Auseinandersetzung mit dem Konstruktivismus und der Konkreten Kunst entstehen in den siebziger Jahren Werke mit geometrischen Formen, die nicht nur die eigentliche Form, sondern auch Farbe als künstlerischen Einzelaspekt reflektieren. „Die Werke Gerhard Frömels sind gekennzeichnet durch handwerkliche Perfektion und strenge Reduziertheit. Grundformen wie Quadrat, Trapez, Dreieck oder auch waagrechte oder diagonale Linien, meist in Schwarz und Weiß, erscheinen auf lackierten Alu- oder Holzelementen. Im diametralen Gegensatz zur formalen und farblichen Einfachheit steht allerdings die Komplexität der Wahrnehmungsmöglichkeiten.“
In den achtziger Jahren beginnt Gerhard Frömel, sich mit anderen Formen der abstrakten Kunst zu beschäftigen. Er schafft Farbfelder, Lichtinstallationen und kinetische Objekte. Sein Werk werden immer experimenteller und innovativer.
Schließlich in den neunziger Jahren beginnt er, sich mit dem Raum und der Wahrnehmung zu beschäftigen. Es entstehen komplexe und vielschichtige, dreidimensionale Bildobjekte, Installationen und Skulpturen, die den Betrachter in einen Dialog mit dem Werk einladen. Gerhard Frömels verbindet die dreidimensionalen geometrischen Formen und die räumlichen Beziehungen seiner Objekte mit deren visueller Wahrnehmung und der Bewegung des Betrachters. Dabei geht es ihm nicht um Täuschung, also nicht darum, durch optische Prinzipien eine Illusion von Körperlichkeit zu erzeugen, sondern darum, seine gefalteten, vielschichtigen, reliefartigen Arbeiten so zu konstruieren, dass sie aus einer bestimmten Perspektive körperlich erscheinen. Sein implizites Ziel ist es, mit räumlichen Körpern zu zeigen, dass dieses scheinbare Volumen bei der geringsten Änderung der Perspektive verschwinden und eine völlig neue Form entstehen kann.
Gerhard Frömel zeigt damit auch die umfassenderen Implikationen dieses Phänomens: Auf intellektueller Ebene stellt es die Ablehnung jeder Art von Verfestigung oder Beharren auf der Realität des Scheins dar. Die Einsicht, die er hier sichtbar macht, dass alle Positionen relativ sind und man immer in Bewegung bleiben sollte, fasst er in seinem persönlichen Motto „Es ist, was es wird“ zusammen.
Quelle des obigen Zitates und eine Reihe von Fotos von Werken des Künstlers auf den Seiten der Galerie-Leonhard Mehr Informationen zum Künstler auf dessen Webseiten: Gerhard Frömel
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