Noch eine spannende Künstlerin, die in Kalifornien lebt und arbeitet: Mel Prest. Die konkrete Künstlerin – oder vielleicht fast besser Op-Art Künstlerin – konzentriert sich in ihren Werken auf die Untersuchung der Beziehung zwischen der menschlichen Wahrnehmung und Farbe. Mel Prest hat in Rhode Island und Kalifornien Kunst studiert, später als Lehrerin gearbeitet und ist auch als Kuratorin tätig.
„Mel Prest ist eine wahrnehmungsorientierte abstrakte Malerin, der sich mit der Beziehung zwischen Wahrnehmung und Farbe auseinandersetzt und den Denkansatz erweitert, der von Georges Seurat stammt, dem ersten Künstler, der sich eingehend mit Theorien über Farbe und Optik und der Art und Weise, wie das Auge sieht, beschäftigte. Farbtheorie und Optik spielen in der Malerei weiterhin eine wichtige Rolle, wie die Kunst von Josef Albers, Bridget Riley und Richard Anuskiewicz beweist. … Was diese vielfältige Gruppe gemeinsam hat, ist eine akribische Herangehensweise an die Phänomenologie der Farbe, und Mel Prest ist da keine Ausnahme. Was sie voneinander unterscheidet, ist die besondere Konzeptualisierung, die sie im Laufe der Zeit entwickelt haben. Im Fall von Mel Prest beschränkt sich diese Umsetzung auf die Verwendung von wenige Farben, die mit einem Pinsel aufgetragen werden und nicht auf Klebeband angewiesen sind, um eine scharfe, harte Kante zu erzielen. Außerdem konzentriert sich Mel Prest im Gegensatz zu vielen anderen Künstlern, die sich mit Farbbeziehungen befassen, eher auf tonale Nuancen als auf scharfe Kontraste und Nebeneinanderstellungen. Und schließlich – und ich denke, das ist es, was ihre Arbeit am meisten auszeichnet – interessiert sie sich für das, was sie „vergängliche Zeit und optische Verwirrung“ nennt. In den Gemälden von Seurat und Anuskiewicz gehen der optische Schimmer und die Schwingungen von stillstehenden Formen und festen geometrischen Strukturen aus. Das passiert nicht, wenn wir Mel Prests Gemälde betrachten. In ihrer aufgeregten, flackernden Welt scheint sich alles zu bewegen, zu verschieben und neu zu konfigurieren.“
Quelle dieser Einführung und mehr Informationen zur Künstlerin und einer Ausstellung im Schneider Museum of Art: Mel Prest: The Golden Hour – Schneider Museum of Art; der Ausstellungskatalog, dem ich das Zitat entnommen habe, steht online zum Download zur Verfügung: Mel-Prest-Katalog.
Jede Menge weitere Informationen zur Künstlerin und viele Fotos ihrer Werke: Mel Prest
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