Das Museum Reinhard Ernst in Wiesbaden präsentiert die Deutschlandpremiere eines der bedeutendsten österreichischen Maler der Nachkriegszeit: Wolfgang Hollegha (1929–2023).
Bereits Ende der fünfziger Jahre erlangt Wolfgang Hollegha in New York große Anerkennung und wurde Teil jener künstlerischen Avantgarde, die die Malerei nachhaltig prägte. Unterstützt wird er von Clement Greenberg, einem der einflussreichsten US-amerikanischen Kunstkritiker. Gemeinsam mit zentralen Figuren des Abstrakten Expressionismus wie Friedel Dzubas, Morris Louis und Jules Olitski stellt Wolfgang Hollegha aus und festigte so seinen internationalen Ruf.

Ein besonderer Höhepunkt der Ausstellung ist die Gegenüberstellung von Wolfgang Holleghas Werk mit Arbeiten seiner amerikanischen Zeitgenossen. Die Sammlung Reinhard Ernst vereint ein beeindruckendes Who’s who des Abstrakten Expressionismus. Besuchende erleben hier eine berührende Wiederbegegnung des europäischen Meisters der Abstraktion mit seinen US-amerikanischen Weggefährten wie Jackson Pollock, Helen Frankenthaler, Friedel Dzubas, Morris Louis, Jules Olitski und Larry Poons. Dieser Dialog eröffnet eine historische Tiefe, die die transatlantische Verbindung der Künstlergenerationen eindrucksvoll verdeutlicht.
1958 erhielt Wolfgang Hollegha als jüngster Preisträger den renommierten Guggenheim Award für Österreich, gemeinsam mit Alberto Giacometti (Schweiz) und Mark Rothko (USA). Trotz seines internationalen Erfolgs entscheidet er sich bewusst gegen eine Karriere in den Kunstmetropolen. 1961 kaufte er einen Bauernhof aus dem 17. Jahrhundert am Rechberg bei Graz, den er nach seinen Vorstellungen umgestaltet. In dieser selbstgewählten Abgeschiedenheit schafft er über sechs Jahrzehnte ein radikal eigenständiges und oft monumentales Werk – konzentriert, kompromisslos und von großer malerischer Intensität.
Die Ausstellung Wolfgang Hollegha. Denk nicht, schau! würdigt ihn als Meister der präzisen Verdichtung und Reduktion. In der malerischen Durchdringung des Alltäglichen – etwa Kinderspielzeug, Holzscheite oder ein Korb – fand Wolfgang Hollegha einen leisen Dialog zwischen Wirklichkeit und Abstraktion, der seinem Publikum einen unmittelbaren Zugang eröffnet. Die Ausstellung ist bis zum 25. Oktober zu sehen.
Quelle dieser Einführung und alle Informationen zur Ausstellung: Wolfgang Hollegha. Denk nicht, schau!
Viel Spaß in Wiesbaden!
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