Noch ein Nachtrag zum gestrigen Blog zu Processing: Neben Processing gibt es – ebenfalls kostenlos als open source – p5.js.

p5.js wird als direkte Weiterführung von Processing entwickelt und übersetzt dessen Grundidee in den Kontext des Webs – offen, zugänglich und öffentlich.

Processing entsteht Anfang der 2000er-Jahre mit dem Ziel, Künstlerinnen und Künstlern den Einstieg in das Programmieren zu erleichtern. Die Sprache verbindet visuelles Denken mit klaren, gut lesbaren Strukturen. p5.js knüpft genau hier an. Bilder entstehen nicht als statische Objekte, sondern als zeitbasierte Abläufe. Bewegung, Wiederholung und Veränderung werden zum gestalterischen Material.

Der entscheidende Schritt liegt im Medium. Während Processing als eigenständige Desktop-Umgebung funktioniert, arbeitet p5.js direkt im Browser. Der Code läuft im offenen Raum des Internets. Skizzen lassen sich teilen, einbetten und gemeinsam weiterentwickeln. Diese Verschiebung macht p5.js zu einem zentralen Werkzeug der zeitgenössischen generativen Kunst. Der Algorithmus wird nicht verborgen, sondern bleibt sichtbar, lesbar und diskutierbar.

Inhaltlich folgt p5.js der Logik generativer Systeme. Einfache Regeln erzeugen komplexe Ergebnisse. Zufall, Wiederholung und Variation spielen eine zentrale Rolle. Kleine Eingriffe im Code verändern ganze Bildwelten. Gerade diese Nachvollziehbarkeit macht p5.js für künstlerische und didaktische Kontexte attraktiv. Das visuelle Ergebnis trägt die Spuren seiner Entstehung in sich.

Hier mehr zu p5.js

Kategorien: ,

Hinterlasse einen Kommentar