Harold Cohen ist ein weiterer visionärer Künstler und Pionier der algorithmischen und generativen Kunst, dessen Werk die Grenzen zwischen menschlicher Kreativität und maschineller Intelligenz neu definiert. Geboren 1928 in Großbritannien, beginnt Harold Cohen seine Karriere als Maler und Zeichner, bevor er sich in den sechziger Jahren der aufkommenden Computertechnologie zuwendet. Sein Interesse gilt fortan der Frage, ob und wie Computer kreative Prozesse nachvollziehen und eigenständig Kunst schaffen können.
Im Zentrum seines Schaffens steht das bahnbrechende Programm mit dem Namen AARON, das er über mehrere Jahrzehnte hinweg entwickelte. AARON ist ein computergestütztes System, das in der Lage ist, eigenständige Zeichnungen zu generieren – von abstrakten Formen bis hin zu figurativen Darstellungen. Anders als reine Zufallsgeneratoren arbeitet AARON nach komplexen Regeln und Algorithmen, die Harold Cohen sorgfältig entwirft, um eine Art „künstlerisches Denken“ zu simulieren. Dieses Programm wird zu einem Meilenstein in der Verbindung von Kunst und künstlicher Intelligenz und inspiriert zahlreiche nachfolgende Künstler und Forscher.
Harold Cohens bekannteste Werke sind dann natürlich auch eng mit AARON verbunden, das sich im Laufe der Zeit von abstrakten Formen zu komplexen, meist menschlichen Figuren und Szenen hin entwickelt. Die von AARON erzeugten Zeichnungen werden oft mit Plottern ausgegeben und von Harold Cohen teilweise manuell koloriert, wodurch eine besondere Verbindung von algorithmischer Präzision und künstlerischem Ausdruck entsteht. Später integriert er Farbe in die Werke, was die Ausdruckskraft der Bilder weiter steigert. Harold Cohen präsentiert diese Arbeiten weltweit in Ausstellungen, bei denen oft auch der kreative Prozess von AARON in Echtzeit gezeigt werden, um die Maschine als kreativen Partner zu verdeutlichen.
Harold Cohens Arbeit ist geprägt von einer tiefen Reflexion über Kreativität, Autonomie und die Rolle des Künstlers in einer zunehmend technologisierten Welt. Er stellt die Frage, ob Maschinen wirklich schöpferisch sein können oder ob sie immer nur Werkzeuge bleiben – eine Debatte, die bis heute in der Kunst- und KI-Community lebendig ist. Neben seiner künstlerischen Tätigkeit ist Harold Cohen auch als Professor tätig und trägt maßgeblich zur akademischen Erforschung von Computerkunst bei. Sein Einfluss reicht weit über die Kunstwelt hinaus und gibt bis heute wichtige Impulse für die Entwicklung von KI und kreativen Algorithmen.
Harold Cohen stirbt 2016, doch sein Vermächtnis lebt weiter – in den Bildern, die AARON noch heute erschafft, und in der fortwährenden Diskussion über die Symbiose von Mensch und Maschine in der Kunst.
Jede Menge mehr zum Pionier der algorithmischen Kunst auf den Webseiten, die für ihn erstellt wurden: Harold Cohen Home Page; 90 Werke von ihm sind dann auch online auf den Seiten des Victoria & Albert Museums zu finden: Harold Cohen – V&A Explore the Collections
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