Kandinsky, Picasso, Miró et al. zurück in Luzern

„Kandinsky, Picasso, Miró et al. zurück in Luzern“ – so der Titel der Ausstellung, die noch bis zum 2. November im Kunstmuseum Luzern zu sehen ist.

Sophie Taeuber, Echelonnement, 1934, Collection du Musée de Grenoble. Foto: Ville de Grenoble/Musée de Grenoble – J.L. Lacroix

Im neu damals eröffneten Kunstmuseum Luzern wird im Jahr 1935 eine beeindruckende Ausstellung mit Werken von Alberto Giacometti, Joan Miró, Sophie Taeuber-Arp, Pablo Picasso, Georges Braque, Alexander Calder und weiteren bedeutenden Künstlern präsentiert. Während im nationalsozialistischen Deutschland zur gleichen Zeit Kunstwerke von Wassily Kandinsky, Paul Klee und Piet Mondrian als „entartet“ bezeichnet werden, hebt sich das Kunstmuseum Luzern 1935 hervor, indem es genau diese modernen Positionen inmitten eines zunehmend totalitären Europas zeigt.

Mit der historischen Ausstellung These, Antithese, Synthese erlangt das Kunstmuseum Luzern internationalen Ruhm. Die Ausstellung gilt bis heute als „legendär“, „unvergleichlich“ und „nicht zu übertreffen“. Unter Museumsfachleuten wird die Ausstellung von 1935 wegen der hochkarätigen Kunstwerke für eine mittelgroße Institution wie das Kunstmuseum Luzern als nicht rekonstruierbar betrachtet, was den Ehrgeiz des aktuellen Teams weckt. Unter dem Titel Kandinsky, Picasso, Miró et al. zurück in Luzern werden Werke präsentiert, die entweder 1935 in Luzern zu sehen waren oder als gültige Alternativen zu nicht verfügbaren Originalen gelten.

Über fünf Jahre lang wurden die fast hundert Werke der ursprünglichen Ausstellung von 1935 ermittelt. Die meisten dieser Werke stammen aus den 1920er- und 1930er-Jahren und sind mittlerweile in den Besitz der bedeutendsten Museen oder Privatsammlungen weltweit gelangt. Einige Werke sind jedoch verloren gegangen, andere sogar zerstört. Die begrenzte Quellenlage hat die Recherche zusätzlich erschwert: Von 1935 sind nur wenige Dokumente erhalten geblieben, die die historische Ausstellung dokumentieren. Neben dem wenig bebilderten Ausstellungskatalog fand sich lediglich eine spärliche Mappe mit Dokumenten zur Ausstellung im Stadtarchiv Luzern. Umso bemerkenswerter ist es, dass ein Großteil der Originalwerke als Leihgaben zusammengetragen werden konnte.

Kandinsky, Picasso, Miró et al. zurück in Luzern zeigt beeindruckende Kunstwerke. Diese gefeierten Werke ziehen Aufmerksamkeit auf sich und erzählen weiterführende Geschichten: Der Aufstieg der Moderne, Ressentiments gegen die Avantgarde und die Kontexte von Faschismus und Kommunismus bilden den historischen Hintergrund der legendären Ausstellung These, Antithese, Synthese von 1935. Die Ausstellung vermittelt die geistigen, politischen und kulturellen Umbrüche der Zwischenkriegsjahre. Daher steht die Ausstellung auch für eine kritische Selbstreflexion der Institution und ihrer Geschichte. Denn entgegen dem eigenen Anspruch, das Versprechen der Moderne einzuhalten und Alternativen zu Kapitalismus und Faschismus zu schaffen, wurden Frauen und Menschen nicht-europäischer Herkunft in der Ausstellung von 1935 bewusst ignoriert. Die einzige Künstlerin jener Zeit war Sophie Taeuber-Arp.

Quelle dieser Einführung und alle Informationen zur Ausstellung: Kandinsky, Picasso, Miró et al. | KUNSTMUSEUM LUZERN

Viel Spaß in Luzern!

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