Edward Kienholz – Installationskünstler, Neodadaist und Objektkünstler

Der Amerikaner Edward Kienholz ist ein weiterer namhafter Installationskünstler, Neodadaist und Objektkünstler, der für seine gesellschaftskritischen und oft provozierenden Installationen und Environments bekannt ist. 1927 in Fairfield, Washington, geboren, wächst er auf einer Farm auf. Obwohl Edward Kienholz keine klassische Kunstausbildung absolviert, entwickelt er in den fünfziger Jahren in Los Angeles einen eigenen Stil.

Er beginnt seine Karriere als Maler, findet jedoch schnell zur dreidimensionalen Kunst. In den frühen sechziger Jahren erlangt er Bekanntheit durch seine großformatigen, begehbaren Installationen, die gesellschaftliche Missstände, Heuchelei und Gewalt thematisieren. Seine Werke setzen sich oft kritisch mit Themen wie Rassismus, Prostitution, Krieg und sozialen Ungerechtigkeiten auseinander. Eines seiner bekanntesten Werke ist Roxy’s (1961), eine realistische Rekonstruktion eines Bordells aus den vierziger Jahren, dass die Ausbeutung von Frauen thematisiert.

Ein weiteres bedeutendes Werk ist The State Hospital von 1966, eine düstere Darstellung eines psychiatrischen Krankenhauses, das die unmenschlichen Bedingungen der Patienten aufzeigt. Die Installation zeigt eine groteske, leblose Figur, die an ein Krankenhausbett gefesselt ist, umgeben von rostigen Metallstrukturen und düsteren Lichtverhältnissen – eine direkte Anklage gegen das soziale System.

In den siebziger Jahren beginnt Edward Kienholz eng mit seiner Frau, der Künstlerin Nancy Reddin Kienholz, zusammenzuarbeiten. Gemeinsam schaffen sie Werke, die sich weiterhin mit gesellschaftspolitischen Themen auseinandersetzen. Eines ihrer späteren Werke, The Hoerengracht aus den achtziger Jahren ist eine immersive Installation, die die Rotlichtviertel von Amsterdam thematisiert und die Mechanismen von Prostitution und Voyeurismus kritisch hinterfragt.

Edward Kienholz bleibt Zeit seines Lebens ein unbequemer Künstler, der mit seinen Werken provoziert und die Betrachtenden zwingt, sich mit unbequemen Wahrheiten auseinanderzusetzen. Seine Arbeiten sind oft schockierend realistisch, was ihm sowohl Anerkennung als auch Kontroversen einbringt. Trotz der oft düsteren Thematik ist sein Werk von einer tiefen humanistischen Haltung geprägt, die sich gegen soziale Ungerechtigkeit richtet. Seine Kunst bleibt eine kraftvolle Anklage gegen gesellschaftliche Missstände und einer der wichtigsten Beiträge zur Installations- und Objektkunst des 20. Jahrhunderts.

Hier eine englischsprachige Biografie des Künstlers:

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