Das Museum Ritter in Waldenbuch würdigt den Schweizer konkreten Künstler Beat Zoderer ab heute mit einer Einzelausstellung. Die Ausstellung trägt den Titel „Beat Zoderer. Nimbus des Alltäglichen“ und ist bis zum 21. September diesen Jahres zu sehen.

Beat Zoderer steht mit seinem einzigartigen Werk an einer bemerkenswerten Stelle im internationalen Feld der heutigen konstruktiven Strömungen. In seinen Objekten, Plastiken, Bildern und Installationen entdeckt er immer wieder neue und originelle Ausdrucksformen der geometrischen Abstraktion. Sein vielseitiges Œuvre lässt sich keiner Kategorie zuordnen. Ähnlich wie die Vertreter und Vertreterinnen der konkreten Kunst strebt auch er weder Abbildung noch Erzählung an. Allerdings haben seine Werke nur wenig mit deren oft starren Idealen gemein. Statt mathematischer Präzision zeichnet sich seine Arbeit durch einen intuitiven, entspannten Pragmatismus aus.
Die Materialien für seine Kunst bezieht Beat Zoderer lange aus dem alltäglichen Umfeld: anfangs aus Sperrmüll und Abfallcontainern, später aus Schreibwarenläden oder Baumärkten. Versatzstücke von ausrangierten Gegenständen und einfache Büroutensilien wie Sichthüllen, Klebeetiketten und Aktenordner arrangiert er zu humorvoll-originellen Kompositionen. Indem Beat Zoderer Alltagsgegenstände in Kunstwerke verwandelt, verleiht er ihnen einen ‚edlen‘ Glanz. Dennoch verlieren seine Objekte dabei nicht ihren Bezug zur Realität, denn bei genauerem Hinsehen wird deutlich, dass der Künstler mit ganz einfachen Gebrauchsgegenständen arbeitet. Beat Zoderers jüngste Werke, zu denen auch farbenfrohe Gemälde zählen, beeindrucken durch eine ausgesprochen dynamische Konstruktion, die stets darauf ausgerichtet ist, Bewegung zu suggerieren und Raum zu definieren. Den Anschein von Tiefe erzeugt der Künstler in seinen Bildern durch Überschneidungen von gemalten Linien und Gitterstrukturen sowie durch interferierende Farben, die sich zu neuen Farbwerten mischen.
Mit Humor und Schwung schafft es Beat Zoderer, in seinen Werken sowohl die Perspektive auf die Welt der Alltagsgegenstände als auch auf die hohen Ideale der Kunst neu zu gestalten. Die Ausstellung bietet mit etwa 60 Arbeiten in verschiedenen Medien einen umfassenden Einblick in sein Schaffen der vergangenen vierzig Jahre: von den Sperrmüllobjekten der 1980er-Jahre über Reliefs und serielle Kompositionen aus Büro- und Bastelmaterialien bis hin zu seiner aktuellen Malerei.
Quelle dieser Einführung und alle Informationen zur Ausstellung: Beat Zoderer. Nimbus des Alltäglichen: Sammlung Marli Hoppe-Ritter – Sammlung Marli Hoppe-Ritter
Viel Spaß in Waldenbuch!
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