Die Konkrete Kunst und die Installationskunst sind zwei Kunstformen, die auf den ersten Blick sehr unterschiedlich erscheinen. Während die Konkrete Kunst sich durch eine strenge, geometrische und oft mathematisch organisierte Formensprache auszeichnet, ist die Installationskunst meist räumlich angelegt und bezieht den Betrachtenden aktiv mit ein. Dennoch gibt es einige zentrale Gemeinsamkeiten zwischen beiden Kunstformen, insbesondere in Bezug auf ihre konzeptionellen Ansätze, ihr Verhältnis zum Raum und ihre Wirkung auf den Betrachtenden.
Eine wesentliche Verbindung zwischen Konkreter Kunst und Installationskunst liegt in der Idee, Kunst nicht als Abbild der Wirklichkeit zu verstehen, sondern als eine autonome, in sich geschlossene Realität. Die Konkrete Kunst lehnt jede Form von Abstraktion, Symbolik oder Narration ab und konzentriert sich stattdessen auf geometrische Formen, Farben und oft, aber nicht prinzipiell, mathematische Strukturen. Ähnlich dazu geht es in der Installationskunst oft darum, eine eigene künstlerische Wirklichkeit im Raum zu schaffen, die unabhängig von äußeren Referenzen existiert.

Quelle: Marco Adams from Rotterdam, The Netherlands, Rotterdam NAI, CC BY-SA 2.0
Ein weiteres gemeinsames Merkmal ist die bewusste Gestaltung des Raumes. Während die Konkrete Kunst meist auf die Fläche oder auf dreidimensionale Skulpturen beschränkt ist, die klare Bezüge zu Architektur und Raumgestaltung aufweisen, arbeitet die Installationskunst direkt mit dem umgebenden Raum. Künstler wie Max Bill oder Richard Paul Lohse entwickeln Werke, die als Wandgestaltungen oder begehbare Skulpturen in den Raum eingreifen, was eine Nähe zur Installationskunst zeigt.
Ein weiteres verbindendes Element ist die Interaktion mit dem Betrachtenden. In der Installationskunst ist diese meist offensichtlich, da der Betrachtende sich innerhalb des Kunstwerks bewegt. Doch auch die Konkrete Kunst, insbesondere in ihrer Weiterentwicklung durch die kinetische Kunst und die Op-Art, spielt mit der Wahrnehmung und der aktiven Beteiligung des Betrachtenden. Künstler wie Victor Vasarely oder Jesús Rafael Soto schaffen Werke, die sich je nach Blickwinkel verändern und den Betrachter in einen Dialog mit der Kunst treten lassen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sowohl die Konkrete Kunst als auch die Installationskunst eine eigene, in sich geschlossene künstlerische Realität schaffen. Beide Kunstformen arbeiten mit Raum, Struktur und Wahrnehmung und fordern den Betrachtenden heraus, sich aktiv mit dem Werk auseinanderzusetzen. Dadurch überschneiden sich ihre künstlerischen Prinzipien trotz ihrer unterschiedlichen Ausprägungen.
In den kommenden Tagen mal ein wenig mehr zur Installationskunst.
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