Vorgestern habe ich an dieser Stelle die singapurisch-britischen Künstlerin Kim Lim vorgestellt. Werke der Vertreterin der geometrischen Abstraktion und des Minimalismus sind noch bis zum 4. Mai im Kunstmuseum / Kunsthalle Appenzell zu sehen.

Die Ausstellung ‚Daiga Grantina. Notes on Kim Lim‘ zeichnet das Werk der singapurisch-britischen Künstlerin Kim Lim (1936-1997, Singapur) in einer zeitgenössischen und assoziativen Untersuchung nach und stellt ihr Schaffen in einen Dialog mit den Skulpturen der lettischen Künstlerin Daiga Grantina. Geboren 1985 in Lettland lebt und arbeitet Daiga Grantina in Paris. „Es gibt bemerkenswerte Verwandtschaften und Parallelen zwischen den Werken, insbesondere in Bezug auf ihre Wandlungsfähigkeit und Elastizität, die für beide Künstlerinnen konstitutiv sind. Ebenso werden die Unterschiede zwischen den Werken deutlich, aus denen eine wirkungsvolle Spannung erwächst. Kim Lim widmet sich mehr als vier Jahrzehnte lang der abstrakten Skulptur, für die sie Holz, Stein und industrielle Materialien verwendet. Parallel zu ihrer bildhauerischen Arbeit verfolgt sie während ihrer gesamten Laufbahn die Druckgrafik und die Zeichnung. Das verbindende Element über die unterschiedlichen Werkperioden hinweg ist Kim Lims anhaltendes Interesse an Licht, Geometrie, Raum und Rhythmus, sowie ihre Beschäftigung mit der Wechselwirkung zwischen Kunst und Natur. In ihrer Arbeit sträubt sich Kim Lim gleichermaßen gegen die modernistische Universalismen der eurozentristischen Kunstgeschichte, sowie einer essentialistischen Einordnung ihrer Praxis in einen panasiatischen Kulturraum. Mit ausgedehnten Reisen nach Italien, Kambodscha, Indien, Japan und Ägypten erweitert sie ihr Studium und koordiniert ein visuelles Vokabular der eigenen Praxis aus einem multiplen raumzeitlichen Feld antiker wie zeitgenössischer, skulpturaler Werke. Ihre Grammatik entspringt weniger einer Klärung abstrakter Formen als vielmehr der körperlichen Begegnung mit Skulpturen in ihrer konkreten Umgebung. Daiga Grantina verwendet in ihrer Praxis ein breites Spektrum alltäglicher Materialien, vom synthetischen bis zum organischen, wobei sie Grenzen ihrer Verwendungsweise umkehrt oder überschreitet und so assoziative Formationen schafft. Sie lässt sich bei der Entwicklung ihrer Materialprozesse von den zahlreichen anpassungsfähigen Eigenschaften von biologischem Leben, wie Koexistenz und Selbstreplikation, inspirieren und versteht ihre Arbeiten als Vermittlerinnen zwischen irdischen und kosmischen Räumen, die eine Elastizität unseres Vorstellens und Fühlens einfordern.“
Quelle dieser Einführung und alle Informationen zur Ausstellung Notes on Kim Lim – Kunstmuseum / Kunsthalle Appenzell.
Viel Spaß in Appenzell!
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