In den vergangenen Tagen habe ich den Sammler Bert Flint und den Künstler Mohamed Melehi hier vorgestellt, die beide als Lehrer an der Casablanca Art School tätig sind und die das Interesse am künstlerischen Afro-Amazighische Erbe verbindet. Amazigh oder Berber ist übrigens eine Sammelbezeichnung der Völker Nordafrikas.

Bert Flint und Mohamed Melehi – wie auch viele andere Lehrenden und Studierenden der Art School – erkennen das reiche lokale kulturelle Erbe als eine bedeutende Inspirationsquelle für ihre Kunst. Die Fusion von Tradition und Moderne führte zu einzigartigen Kunstwerken, die sowohl historische als auch zeitgenössische Elemente in sich vereinen: Künstler der Casablanca Art School verbinden moderne, abstrahierende Kunst mit arabischen und Amazigh-Traditionen, indem sie sich von regionalen Teppichen, Schmuck, Schriften und Deckenmalereien inspirieren ließen. Die Arbeiten zeigen also deutliche Einflüsse des afrikanischen, islamischen, mediterranen und amazighischen Erbes. Ihre Werke greifen Traditionen des Kunsthandwerks auf, die in der westlich geprägten Kunst nicht vorhanden sind. Kalligraphie, dekorative Symbole und geometrische Muster von spiritueller Bedeutung werden mit regional erhältlichen Materialien wie Kupfer, Leder, Holz und Wolle kombiniert. Diese Herangehensweise förderte eine tiefere Wertschätzung für das afro-amazighische Erbe und trägt zur Bewahrung und Weiterentwicklung dieser kulturellen Traditionen bei.
Das afro-amazighische Erbe spielt wohl die zentrale Rolle in der künstlerischen Entwicklung der Casablanca Art School. Durch die Erforschung und Integration lokaler Traditionen schaffen die Künstlerinnen und Künstler Werke von großer Tiefe und Bedeutung – und zu Ikonen der modernen Kunst in Marokko werden. Diese Kunstwerke reflektieren nicht nur die reiche kulturelle Geschichte Marokkos, sondern auch den kreativen Geist, der die Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart ermöglicht.
Quelle dieser Einführung vgl. Jetzt in der SCHIRN: CASABLANCA ART SCHOOL. EINE POSTKOLONIALE AVANTGARDE 1962–1987 – SCHIRN MAG
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