John Akomfrah untersucht Postkolonialismus, Umweltzerstörung und die Politik der Ästhetik für den britischen Pavillon bei der 60. Biennale in Venedig. Der Titel sein Werkes „Listening All Night To the Rain“ stammt aus der Poesie des chinesischen Schriftstellers Su Dongpo aus dem 11. Jahrhundert, der die Vergänglichkeit des Lebens in Zeiten des politischen Exils thematisiert. Die Ausstellung besteht aus mehreren ineinandergreifenden Multimedia- und Klanginstallationen, die die Geschichten von Migranten in der britischen Diaspora erzählen.
Die Ausstellung beginnt an der Außenseite des britischen Pavillons, einem neoklassizistischen Gebäude aus dem 19. Jahrhundert, wo eine große Filminstallation mit drei Bildschirmen zu sehen ist. Diese Installation bringt Bilder und Stimmen aus dem globalen Süden in den Vordergrund und ehrt diejenigen, die durch den Imperialismus an den Rand gedrängt wurden.

© Listening All Night To The Rain, Canto I by John Akomfrah. Image by Jack Hems
Im Inneren des Pavillons sind die Filme in skulpturale Installationen eingebettet, inspiriert von Altarbildern aus religiösen Stätten, die zum Nachdenken anregen. Jeder Galerieraum verwendet Farben, die von den Gemälden des amerikanischen Künstlers Mark Rothko beeinflusst sind, um die abstrakte Natur des menschlichen Dramas zu betonen.
‚Listening All Night To The Rain“‚ kombiniert neu gedrehtes Material, Archivvideos und Standbilder mit Audio- und Textmaterial aus internationalen Archiven. Die Ausstellung erzählt globale Geschichten durch die Erinnerungen von Migranten in Großbritannien und untersucht, wie verschiedene geopolitische Narrative in den Erfahrungen der Diaspora widergespiegelt werden. Sie beleuchtet auch die Diskriminierung, der Migranten in Großbritannien seit den späten 1960er Jahren ausgesetzt waren. Eine zentrale Figur ist dabei David Oluwale, ein britisch-nigerianischer Mann, der nach Misshandlung durch die Polizei im Fluss Aire ertrank.
Wasser spielt eine zentrale Rolle in „Listening All Night To The Rain“; es symbolisiert die Bewegung der Zeit und der Menschen und reflektiert die Erfahrungen von Migranten. Es zeigt auch die Auswirkungen von Klimakatastrophen auf Diaspora-Gemeinschaften, wie die Überschwemmungen in Bangladesch seit den 1980er Jahren. Das Werk illustriert den Zusammenhang zwischen militärischen Konflikten und ökologischer Verwüstung und zeigt die bleibenden Auswirkungen auf die Umwelt.
Mehr Informationen auf en Webseiten zum britischen Pavillon: UK at the Venice Biennale; Anfang diesen Jahres waren Werke von John Akomfrah in einer Ausstellung der SCHIRN Frankfurt zusehen. Hier der Link zur Ausstellung: JOHN AKOMFRAH – SCHIRN KUNSTHALLE FRANKFURT
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