Der Beitrag Bulgariens zur Biennale ist eine interaktive Multimedia-Installation, die die verschwiegenen und verblassten Erinnerungen der Überlebenden der politischen Gewalt während der kommunistischen Ära im Land ans Licht bringt. Das Projekt wurde von Krasimira Butseva, Lilia Topouzova und Julian Chehirian entwickelt und ist das Ergebnis von 20 Jahren historischer und künstlerischer Forschung.
„The Neighbours“ – so der Titel – erzählt mit Fundstücken, Videos und Ton die Geschichten von Menschen, die Zwangsarbeitslager und Gefängnisse überlebt haben. Basierend auf gründlichen Recherchen und Interviews mit Überlebenden werden die Räume, in denen die Interviews stattfanden, nachgebildet und die Besucher eingeladen, diese Räume zu betreten und die Geschichten zu hören.

Es gibt drei symbolische Räume in der Ausstellung: das Wohnzimmer, das die Stimmen derjenigen zeigt, die offen über ihre Erlebnisse sprechen; das Schlafzimmer, das für die Überlebenden steht, die aus Angst oder wegen fehlender Nachforschungen schweigen; und die Küche, die denjenigen gewidmet ist, die sich nicht erinnern können oder nie die Möglichkeit hatten, zu sprechen. Die Installation nutzt das Fehlen von Menschen, um das Erinnern als Widerstand gegen das Vergessen zu fördern. Videoprojektionen, Geräusche und wiedergefundene Gegenstände aus den Lagern verbinden die materielle Welt der Lager mit dem häuslichen Raum und zeigen, wie traumatische Erinnerungen das tägliche Leben beeinflussen.
„The Neighbours“ ist ein bewegendes Denkmal und eine kritische Auseinandersetzung mit den langfristigen Auswirkungen politischer Gewalt. Es zeigt die wichtige Rolle der Kunst bei der Auseinandersetzung mit schwierigen Themen und fördert Reflexion und Heilung.
Quelle dieser Einführung und mehr zu den Künstlern und dem Werk: Bulgaria’s official participation in the 60th Venice Biennale 2024
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