Biennale Venedig 2024 – Estland in der Chiesa delle Penitenti

Edith Karlson vertritt Estland auf der Biennale von Venedig.. Die Bildhauerin und Installationskünstlerin zeigt ihre Ausstellung ‚Hora lupi‘ (Stunde des Wolfes) in der Kirche Santa Maria delle Penitenti. Sie untersucht mit ihrem Werk die primitiven menschlichen Triebe in ihrer Banalität und Feierlichkeit und stellt gleichzeitig die Frage nach der Möglichkeit der Erlösung in einer Welt, die möglicherweise nie würdig genug dafür ist. Der Titel der Ausstellung ‚Hora lupi‘ bezieht sich auf eine mythische Zeit vor der Morgendämmerung, in der die Dinge entstehen und verschwinden.

Das Innere der Kirche schafft eine emotionale Atmosphäre, die die Ausstellung umhüllt. Im Mittelpunkt der Ausstellung steht eine Serie von Hunderten von Selbstporträts aus Ton, inspiriert von den Terrakotta-Skulpturen des 14. Jahrhunderts in der St. Johanneskirche in Tartu, Estland, die vermutlich Pestopfer darstellen.

Pavilion Estlands in der Chiesa delle Penitenti

Edith Karlsons Werk zeigt neben menschlichen Figuren auch Mensch-Tier-Hybride, trauernde Frauen und leuchtend weiße Störche, die das unvermeidliche Unglück des Geborenwerdens und das immerwährende Streben des Menschen symbolisieren. So entsteht in der Kirche eine existenzielle Erzählung über die animalische Natur des Menschen, die sowohl brutal und gewalttätig als auch poetisch, leicht lächerlich oder sanft und melancholisch dargestellt wird. Im Mittelpunkt steht nicht das Wissen des zivilisierten Bürgers über das Zeitgeschehen, sondern seine Triebe, Empfindungen, Wünsche und Sehnsüchte, die nur knapp unter seinem gut gebügelten Anzug verborgen liegen.

Mehr zur Künstlerin auf den Webseiten der Temnikova & Kasela Galerie: Edith Karlson

Kategorien: ,

Hinterlasse einen Kommentar