Nochmal zu der kinetischen Kunst von Alexander Calder und insbesondere zu seinen Mobiles, von denen wir ein ganz besonderes Exemplar in Stuttgart haben:
„Der Amerikaner Calder erlebte damals die abstrakten Bilder Piet Mondrians und die Geräuschmusik eines John Cage wie einen Schock. Der Bildhauer und Maler Calder reagierte – mit einer Revolution seiner eigenen Kunst. Calder übersetzte die Malerei mit Primärfarben ebenso in den Raum wie die bizarren Rhythmen experimenteller Musik. Heute wirken seine Plastiken wie Medien der Entspannung. Damals brachen sie mit allen Standards der Bildhauerei.
Mit seinen Mobiles löste Calder das massige Volumen der Plastik in ein filigranes Raumgefüge auf. Jedes Mobile eine zarte Zeichnung im leeren Raum – mit dieser Formel eroberte Calder der Bildhauerkunst ein völlig neues Terrain, auch deshalb, weil er bewegliche Plastiken schuf. Diese kinetische Kunst – so der Fachbegriff – entwickelte sich zum eigenen Genre. Künstler wie Jean Tinguely mit seinen riesigen Schrottskulpturen oder der in Lingen geborene Harry Kramer mit seinen transparenten Drahtplastiken lieferten weitere, heute als maßgeblich erkannte Beispiele von Kunstwerken, die mit ihren maschinenhaften Bewegungen faszinieren.“
Alexander Calder verwendete zunächst Motoren, um seine Mobiles in Bewegung zu setzen. Später verzichtet er auf solchen Antrieb. Seine Mobiles reagieren auf jeden Windzug mit leise schaukelnde Bewegung. „Man muss Alexander Calders Kunst nicht programmatisch überfrachten, um zu erkennen, in welchem Maß er Kunst für Außen- und Umwelteinflüsse geöffnet hat. Calder schuf Kunst für die Lebensumgebung von Menschen. Darin steckt eine humane Botschaft. Calders Plastiken stehen deshalb zu Recht an vielen Orten.“
Quelle des obigen Zitates: „WIE HERBSTBLÄTTER IM ZEN-GARTEN“ – Düsseldorf zeigt Alexander Calder, Osnabrücker Zeitung vom 19.09.2013, online unter: https://www.noz.de/deutschland-welt/kultur/, aufgerufen am 26.11.2018

(c) Rufus46, Alexander Calder Crinkly avec disc Rouge 1973-1, CC BY-SA 3.0
In vielen deutschen Städten finden sich großformatige Skulpturen von Alexander Calder im öffentlichen Raum – so auch in Stuttgart. Die meisten dieser Skulpturen sind unbeweglich und meist einfarbig angelegt. Vor dem Kunstmuseum auf der Stuttgart Königsstraße findet sich allerdings ein bewegliches Mobile von Alexander Calder: „Crinkly ave disque rouge“ – ein mehrfarbiges Mobile auf einem dreibeinigen Gestell (von denen ein Bein sowie der obere Abschnitt „gefaltet“, also „crinkly“ sind).
Jetzt sei hier noch auf die tolle Webseite der Calder Foundation verwiesen, mit jede Menge weiterer Informationen zum Künstler und seinen Werken: Alexander Calder
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