Verena Loewensberg – die Frau der Zürcher Schule I

Verena Loewensberg ist die einzige wirklich bedeutende konkrete Künstlerin, die der Zürcher Schule der Konkreten zugeordnet wird. Eine Ausnahme in der Männerdomäne der Konkreten Kunst. Zeit für mich – im Rahmen der Vorstellung von wesentlichen Konkreten KünstlerINNEN – über sie zu schreiben.

Die 1912 geborene Malerin bezeichnet ihre Bildsprache in Anlehnung an Georges Vantongerloo immer als ‚konstruktiv‘ und nicht als ‚konkret‘. Über die Zürcher Schule der Konkreten und insbesondere Max Bill, der die Schule wesentlich gestaltet und geprägt hat, habe ich bereits geschrieben. Insbesondere Max Bill ist der Erfolg der Schule nach dem zweiten Weltkrieg zu zurechnen. Die Zürcher Schule der Konkreten gilt heute als wichtigster Exportartikel der schweizer Kunst im 20. Jahrhundert.

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Untitled Verena Loewensberg, 1980
(c) Verena Loewensberg, Fair Use

„Max Bill war es auch, der Verena Loewensberg förderte und ihr Schaffen in Ausstellungen der Schweizer Modernen zeigte.

Wie viele Frauen ihrer Generation findet Verena Loewensberg als Autodidaktin zur Malerei. Das Studium an der Allgemeinen Gewerbeschule in Basel (Weben, Sticken, Entwerfen, Farbenlehre) bricht sie ab und beginnt eine Lehre bei der Weberin. Die Ausbildung in Tanz und Choreografie in Zürich beendet sie ebenfalls vorzeitig.

Im Unterschied zu Richard Paul Lohse und Max Bill verbindet Verena Loewensberg mit ihrem malerischen Werk kein Programm. Kein Programm, das heißt in ihrem Fall auch, dass die Künstlerin in ihrem Schaffen nach der Pionierzeit der Konkreten empfänglich blieb für neue Entwicklungen der ungegenständlichen Malerei. Ihr Werk ist offener angelegt, als dasjenige ihrer Kollegen. Dies ist, je nach Standpunkt, ihre Stärke oder ihre Schwäche. In ihrem malerischen Werk spielen Farbe, Rhythmus, Bewegung und Klang entscheidende Rollen. Wie Mondrian, der in seinen letzten, im New Yorker Exil geschaffenen Bildern seine Begegnung mit dem Jazz begeistert verarbeitete, ist auch für Loewensberg der Jazz von großer Bedeutung. Es ist mehr als eine Anekdote, dass die Künstlerin 1964 bis 1970 in Zürich ein Schallplattengeschäft betreibt, wo Platten zu haben sind, die anderswo erst noch bestellt werden müssen.

Verena Loewensberg malt als einzige ihres Kreises zeitlebens mit Ölfarbe. Die in Zeichnungen vorbereiteten und mit Sorgfalt auch von ihr selbst ausgeführten Gemälde folgen keiner bestimmten Entwicklungslogik. Kennzeichnend für ihr Werk sind dynamische Gemälde, die das Bildzentrum betonen und die Bildfläche rhythmisieren. Es gibt langsame und schnelle, laute und stille Bilder in ihrem Werk.

Eine Auswahl ihrer Werke bei WikiArt: Verena Loewensberg

Quelle: vgl. Roman Kurzmeyer, „Verena Loewensberg“ 03.11.2017, unter: http://kunst.ricola.ch/de/sammlung/verena_loewensberg_txt.html

Siehe auch:

Die Zürcher Schule der Konkreten

4 Gedanken zu “Verena Loewensberg – die Frau der Zürcher Schule I

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