Otto Muehl – Performance Artist, Kommunengründer und Wiener Aktionismus

Einer der umstrittensten Performance Künstler ist der Österreicher Otto Muehl, der durch seine Kunst, aber leider auch durch seine Sexualstraftaten an Jugendlichen bekannt wird. In den siebziger Jahren gründet Otto Muehl eine Kommune, die die freie Liebe, die Abschaffung von Zweierbeziehungen sowie Kleinfamilien und schlussendlich auch Sexualität mit Jugendlichen propagiert. Für seine Verfehlungen wird Otto Muehl 1991 zu sieben Jahren Haft verurteilt.

Kurzportrait des Künstlers zum 85. Geburtstage

„Mit der von Otto Muehl propagierten Zerstörung des Tafelbilds, seinen Gerümpelskulpturen, Collagen und Aktionen nimmt er im Wiener Aktionismus – in Österreichs wichtigstem Beitrag zum internationalen Kunstgeschehen der Nachkriegszeit – neben Künstlern wie Hermann Nitsch, Günter Brus, Alfons Schilling und Rudolf Schwarzkogler eine herausragende Position ein.“

Nach dem Zweiten Weltkrieg versuchen eine Reihe von Künstler und Künstlergruppen bewusst neue Wege zu gehen. Sie wollen die Kunst erneuern und sich vom althergebrachten Kunstverständnis endgültig lösen. Durch das Brechen von Tabus glauben sie, die konsumorientierte Gesellschaft der Wirtschaftswunderzeit provozieren und ein neues Verständnis von Kunst etablieren zu können. Der ‚Wiener Aktionismus‘ wendet sich in diesem Sinne bewusst gegen repressive gesellschaftliche Zustände und suchte die Konfrontation mit staatlichen und kirchlichen Autoritäten. Über drastische Ausdrucksweisen und aggressive Tabuverletzung sollten einerseits Mechanismen offener und vor allem versteckter (unterdrückter) Grausamkeit und Perversion in der bürgerlichen Gesellschaft dargestellt werden, andererseits sollte ebendiese Gesellschaft damit schockiert werden. Die Performances Otto Muehls provozieren in dieser Zeit vor allem durch Nacktheit, freizügiger Sexualität und den Einsatz von Fäkalien.

Aus dem Wunsch der Konfrontation mit den Autoritäten, der radikalen Hinterfragung bestehender Kunst und der Provokation durch Tabuverletzungen, folgt ab 1970 schlüssig die Gründung und Führung der Kommune am Friedrichshof – zunächst AAO (Aktions-Analytische Organisation) genannt – durch Otto Muehl. Die Kommune ist der idealistische Versuch, die Welt durch Kunst zu verändern.

„Bereits in den späten fünfziger Jahren spielt die Malerei und die Auseinandersetzung mit Inkunabeln der Kunstgeschichte für den Künstler eine große Rolle. Anfang der Siebziger sollte Otto Muehl zur Malerei zurückkehren, wenn auch unter anderen Gesichtspunkten, und seine Untersuchungen der Kunstgeschichte in diesem Medium fortsetzen.“

Quelle der oben angeführten Zitate ist eine Einführung in eine Ausstellung der Werke Otto Muehls im Wiener Museum für angewandte Kunst (MAK) im Jahre 2004: Otto Muehl

Eine ganze Reihe seiner Malereien und Fotos einer Performances findet sich bei WikiArt.

2 Gedanken zu “Otto Muehl – Performance Artist, Kommunengründer und Wiener Aktionismus

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