Iwan Kljun(kow) – vom Kubismus zum Purismus

Der 1873 geborene Iwan Kljunkow arbeitet zunächst als Buchhalter, nimmt aber nebenberuflich ein Studium der Malerei auf. 1898 zieht er schließlich nach Moskau um, wo er private Malschulen besucht und Kasimr Malewitsch kennenlernt. Dieser führt ihn in den Kreis der russischen Avantgardekünstler ein. Ab 1913 nimmt Iwan Kljunkow an Ausstellungen in Moskau und Sankt Petersburg teil, wobei seine Malerei und seine Reliefs in dieser Zeit stark vom Kubo-Futurismus beeinflusst sind. Auf der letzten futuristischen Ausstellung „0,10“ in St. Petersburg 1915, zeigt Iwan Kljunkow erstmals seine kubistischen und abstrakten Skulpturen, die ihn bekannt machen. Bis in die Mitte der zwanziger Jahre sind seine Werke durch eine konsequente Gegenstandslosigkeit gekennzeichnet.

Ivan Kljun, Suprematistisches Werk, um 1915, (c) gemeinfrei

Iwan Kljunkow schließt sich bereits 1916 der von Kasimir Malewitsch gegründeten Künstlergruppe Supremus an, und er ist einer der Mitverfasser des suprematischen Manifests.

Nach der Oktoberrevolution wird Ian Kljunkow Mitglied des ISO Narkompros (Abteilung für bildende Künste des Volkskommissariats für Bildung), später Professor an den freien, staatlichen, künstlerischen Werkstätten – Wchutemas – in Moskau.

Ab Mitte der 1920er-Jahre interessiert Iwan Kljunkow sich verstärkt für französische Kunst, vor allem für Pablo Picasso, Georges Braque, Juan Gris und besonders für Amédée Ozenfant, dem Mitbegründer des sogenannten Purismus. Es entsteht eine Reihe von Werke im Stil des Purismus. Ab den 1930er-Jahren sieht er sich allerdings im Zuge des Stalinismus gezwungen, sich dem Realismus zuzuwenden und fertigt realistische Landschaften und Stillleben an, die ihm aber keinen Erfolg bringen. Er sichert seinen Lebensunterhalt durch eine Vielzahl von kleinen, unbedeutenden Aufträgen.

Quelle: Anna Szech und Irina Arskaja, „Iwan Wassiljewitsch Kljun“, in: Matthew Drutt: Auf der Suche nach 0,10 – Die letzte futuristische Ausstellung der Malerei. Hatje Cantz Verlag, Ostfildern 2015, S. 94

Übrigens: Für die Signatur seiner Gemälde kürzt Ivan Kljunkow seinen Nachnamen um drei Buchstaben auf Kljun und so geht er als Ivan Kljun in die Kunstgeschichte ein.

Zum Stil des Purismus, der 1918 mit dem Manifest ‚Après le cubisme‘ von Le Corbusier und Amédée Ozenfant begründet wird und der sich durch die Darstellung von Alltagsgegenständen durch vereinfachte, geometrische Formen auszeichnet, bei Gelegenheit einmal mehr.

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