Georg Karl Pfahler – Informel, Formativ und Hard Edge

Mal wieder ein Student der Kunstakademie in Stuttgart, mal wieder ein Schüler von Willi Baumeister: Georg Karl Pfahler. Der in Bayern geborene Künstler ist einer der wichtigsten Vertreter der Künstlergeneration nach dem Krieg, die nach neuen bildnerischen Lösungen sucht. Georg Karl Pfahler setzt sich dabei zunächst insbesondere mit dem Abstrakten Expressionismus auseinander und versucht seine eigenen Beiträge zur dieser amerikanisch geprägten Kunstrichtung zu verwirklichen. Geprägt von den, unter seinem Lehrer Willi Baumeister gesammelten Erfahrungen an der Kunstakademie Stuttgart, entwickelt Georg Karl Pfahler Theorien und Werke, deren Anliegen die Einheit von Farbe und Raum und die Vereinfachung von geometrischen Formen sind. Er wird zum wesentlichen Vertreter der Hard Edge Kunstbewegung in Deutschland. 

Georg Karl Pfahler, Farbraumobjekt in Stuttgart, 1977, JuergenGPfahler Farbraumobjekt P1150602CC BY-SA 3.0

„An die das Informel aufgreifenden Werke aus den frühen 1950er Jahren schlossen sich nur wenig später die »formativen« Arbeiten an, in denen sich die malerischen Strukturen zu scharf konturierten Farbblöcken und -flächen verdichten. Diese Phase wird abgelöst von einer geometrisch sich immer mehr verfestigenden Formensprache, die sich in der Farbpalette auf wenige kontrastreiche Töne beschränkt … 1955 noch Mitbegründer der »Gruppe 11«, der Kerngruppe des Informel in Stuttgart, beginnt er bereits Ende der fünfziger Jahre mit seinen blockhaft-formativen Arbeiten, denen er ab 1959 den Begriff »Formativ« beifügt und die sich durch klar abgegrenzte Flächen und reduzierte Farbigkeit, vor allem durch die Verwendung von Blau, Grün, Orange, Rot und Schwarz auszeichnen. … Seine sich im Laufe weniger Jahre immer mehr geometrisierenden Bilder werden im Aufbau und der Formgebung immer klarer und schärfer, so dass sich Pfahlers »Formblöcke« ab 1962/63 zu scharf abgegrenzten Farbflächen wandeln. Ab Mitte der 1960er Jahre findet er als einziger deutscher Vertreter des Hard-Edge oder der »Malerei der harten Kanten« in die Kunstgeschichtsbücher Eingang. Der große Wiedererkennungswert dieser überwiegend in Signalfarben gehaltenen, flächenhaften Gemälde basiert auf Pfahlers singulärem Konzept der »Farbformmalerei«, das er ab etwa 1965 zu den plastischen Raumkonzeptionen der »Farb-Raum-Objekte« ausbaut: Die Plastik wird begehbar, erobert sich den sie umgebenden Raum und wird Raum und Architektur zugleich. … Mit seinem konsequenten Vordringen in die »Farbfeldmalerei« verstand es Pfahler zum wichtigsten deutschen Interpreten und Wegweiser des Hard-Edge von internationalem Rang zu avancieren.“ 

Quelle dieser Einführung in das Werk des Künstler sowie jede Menge Fotos seiner Werke finden sich auf den Webseiten der Galerie SchlichtenmaierGeorg Karl Pfahler
Weiterer Informationen über den Künstler auch auf den Webseiten des Pfahler Archives: Georg Karl Pfahler

3 Gedanken zu “Georg Karl Pfahler – Informel, Formativ und Hard Edge

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