Gerhard Hotter und die langfordschen Zahlenreihen

Konkrete Kunst ist oft mathematische Kunst. Der in Nürnberg und Paris lebende Künstler Gerhard Hotter ist einer dieser Konkreten Künstler, der mit seinen mathematisch aufgebauten Werken fasziniert.

Grundlage der Kombination von geometrischen Formen – meist Quadrate und Rechtecke – in den Werken von Gerhard Hotter „… ist das so genannte Langford-System, ein System, das einfach scheint, jedoch so komplex ist, dass es die Mathematiker noch nicht komplett bewiesen haben und sich daran die Zähne ausbeißen… Die einfachste Langford-Reihe sei kurz vorgestellt: Es sind die Zahlen eins bis drei. Die Eins bedingt eine Zahl zwischen ihr und der nächsten Eins. Die Zwei bedingt, dass zwei Zahlen zwischen ihr und der nächsten Zwei stehen sollen, so stehen also zwischen zwei Dreien je drei Zahlen. Daraus entsteht „231213“.

Ausstellungsplakat zu einer Gerhard Hotter Ausstellung des Mathematikum in Gießen

Es mag kompliziert klingen, diese Ordnung findet jedoch in der Kunst Hotters eine verblüffende Vielfalt an Ausdrucksformen. Der 60-jährige hat damit ein neues Spielfeld eröffnet, um systematisch zu einer möglichst großen Varianz von Farb-Form-Konstellationen zu kommen.“ Das Langford-System liegt einer Vielzahl von Werken von Gerhard Hotter zugrunde. „Ihm ist es allerdings nicht wichtig, dass ein Betrachter sein System dekodiert, sondern viel wichtiger ist ihm, dass die Ästhetik seiner Formen und Farben gefällt. … Es entstehen an Architektur erinnernde grundriss- oder stadtplanartige Formen, in denen das einzelne Modul nach dem System vervielfacht, jedoch nicht einzeln hervorgehoben wird. In welcher Weise, in welchen Proportionen und Verknüpfungen mit weiteren Spielregeln das Prinzip der Langford-Reihen angewendet wird, unterliegt Hotters individuellem Willen. In Verbindung mit Hell-Dunkel-Werten holt er aus den Farben verblüffende räumliche Effekt heraus, die den Betrachter in verschiedene Wahrnehmungsebenen führen. Man kann einerseits illusionistische Erhebungen und Vertiefungen erkennen, aber auch Zusammenschlüsse von bänderartigen Elementen, die vor einem Farbraum zu schweben scheinen.“

Quelle: Robert Schmitt, ‚Gerhard Hotter – Einführung in eine Ausstellung des Künstlerbundes Schwabach im Januar 2015‘, online unter: http://www.kuenstlerbund-schwabach.de/, aufgerufen am 10.06.2019

Jede Menge Werke mit der Langfordschen Zahlenreihe als Gestaltungsprinzip unter: Gerhard Hotter

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