Edward Hopper – Chronist der amerikanischen Gesellschaft

Vorgestern habe Edward Hopper vorgestellt. Er ist einer der bedeutendsten us-amerikanischen Maler des 20. Jahrhunderts und wird weithin mit seinen Stadtbildern bekannt. Viele dieser Stadtbilder thematisieren die Isolation und die Einsamkeit der einzelnen Menschen in der Großstadt. Aber auch auf dem Land findet er diese Isolation und Einsamkeit, und Werke mit vereinsamten Tankstellen, einzelnen Landhäusern und im Nirgendwo abgestellten Zugwaggons entstehen. Edward Hopper’s Lehrer an der New York State Art School, Robert Henri, bringt um 1920 eine Gruppe von Malern zusammen, die heute als Gruppe der sogenannten Ashcan-School bekannt sind. Diese dem Amerikanischen Realismus zugewandte Gruppe wird mit dem etwas abfälligen Namen Ashcan-School (übersetzt: Ascheimer Schule) belegt, weil die Künstler erstmals die ’schmutzige‘ Realität der Straße zum Thema ihrer Werke machen. Damit werden sie – und Edward Hopper allen voran – so etwas wie die Chronisten ihrer Zeit und zu Chronisten der amerikanischen Zivilisation der zwanziger und dreißiger Jahre.

Edward Hopper, Nighthawks, 1942,
Quelle: WikiCommons, (c) gemeinfrei

Bei Weltkunst-Online habe ich eine lesenswerte Einführung in das Werk Edward Hopper anlässlich einer großen Einzelausstellung im vergangenen Sommer in Basel gefunden. Edward Hopper wird darin als filmisch geschulter und den Film beeinflussender Maler skizziert, „… der seine Mitmenschen in den Städten und Vorstädten kühl, jedoch nicht ohne Zärtlichkeit beobachtet. Er ist ein nächtlicher Diner-Gast und Tankstellenverherrlicher, der von 1927 an mit eigenem Automobil auf Motivsuche geht. Dabei führt er nicht den klassisch landschaftsmalerischen Stil etwa der Hudson ­River School fort, sondern perfektioniert eine Ästhetik der ungewöhnlichen und kantigen Motive, der gewagten Ausschnitte und Perspektiven, die seltener durch die Hauptwerke des 19. Jahrhunderts, sondern stark durch zahlreiche radikal subjektive Skizzen aus dieser Zeit überliefert ist. Nur 366 Ölgemälde hat Hopper hinterlassen, weil er unendlich lange brauchte, um auf seinen zahllosen Überlandfahrten Sujets zu finden.“

Quelle dieses Auszugs ist der empfehlenswerte Artikel: Elson S., ‚Wege ins Nirgendwo‘, Weltkunst Online vom 11.03.2020, online unter: https://www.weltkunst.de/ausstellungen/2020/03/wege-ins-nirgendwo, aufgerufen am 02.01.2021

4 Gedanken zu “Edward Hopper – Chronist der amerikanischen Gesellschaft

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