Winslow Homer – der Held des Realismus

Vorgestern habe ich über den Amerikanischen Realismus geschrieben. Um diese fürwahr amerikanische Kunstrichtung richtig einordnen zu können, ist es wichtig, sich mit der Landschaftsmalerei im 19. Jahrhundert und zur Jahrhundertwende zu befassen. Die Landschaftsmalerei nimmt in der amerikanischen Kunstgeschichte eine wichtige Rolle ein. Sie ist so etwas wie der Ausgangspunkt der modernen Kunst und Ausdruck eines besonderen Naturbewusstseins, dass bereits im 19. Jahrhundert die Entstehung der Nationalparks fördert und die unberührte, wilde Natur als ein Bestandteil der eigenen Identität des amerikanischen Volkes manifestiert.

Winslow Homer, A Temperance Meeting, 1874, (c) gemeinfrei

Eine ganze Reihe von Künstlern versuchen sich in der Landschaftsmalerei. Bereits in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts finden sich Künstler zur sogenannten Hudson River School zusammen, die mit romantischen Landschaftsdarstellungen auf sich aufmerksam machen. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ist es dann insbesondere Winslow Homer, der mit seinen realistischen Landschaftsdarstellung bekannt wird und eine ganze Generation von Künstlern prägt.

Das Sujet seiner Bilder sind die Landschaften Neuenglands. Vor allem die bäuerliche Lebensweise auf dem Land und die rauen Küsten von Maine mit dem harten Leben der Küstenbewohner sind Winslow Homer’s bevorzugte Themen. In diesen Bildern erzählt er Geschichten vom alltäglichem Leben, von den Schicksalen der Menschen in dieser Region und deren ständigen Auseinandersetzungen mit der Natur. Dabei war Winslow Homer alles anderer als ein Provinzialist. Er hat mehrere Jahre im amerikanischen Bürgerkrieg als „Kriegsmaler“ gearbeitet, bereiste Europa und verbrachte Sommer in Florida und auf den Bahamas. Auf den Bahamas entstehen eine ganze Reihe von Bilder, die die Auswirkungen von Hurrikans zum Inhalt haben. Aber immer wieder zieht es ihn zurück nach Prouts Neck, dem Anwesen seiner Familie nur wenige Meter vom Meer an der Küste Maines entfernt. Dort lebt und arbeitet Winslow Homer, den die Kunstkritiker Anfang des letzten Jahrhunderts als den ‚Helden des Realismus‘ bezeichnen, bis zu seinem Tode im Jahre 1910.

Weit über 100 seiner Werke finden sich bei WikiArt: Winslow Homer

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