Viking Eggeling und die ‚Symphonie diagonale‘

Viking Eggeling ist nicht Mitglied der De Stijl Gruppe gewesen und auch nie wirklich als bildender Künstler größer in Erscheinung getreten, doch hat er mit seinem Film „Symphonie diagonale“ die Kunstwelt der zwanziger Jahre – und insbesondere auch die De Stijl Künstler – nachhaltig beeinflusst.

Viking Eggeling, Symphonie Diagonale, 1924

Der gebürtige Schwede Viking Eggeling kommt 1897 nach Deutschland und studiert in Berlin Kunstgeschichte und Malerei. Vor dem ersten Weltkrieg ist er einige Jahre in der Schweiz als Kunstlehrer tätig und kommt nach dem Krieg dort mit der Dada-Bewegung in Kontakt. Er lernt namhafte Dadaisten, wie den Rumänen Tristan Tzara, der als Vordenker der Dadaisten gilt, Hans Richter und Jean Arp kennen. 1918 tritt er der ‚Novembergruppe‘, einer der bedeutendsten Künstlergruppen im Deutschlands der Zwischenkriegsjahre, bei. Künstlerisch beschäftigt Viking Eggeling sich zunächst vor allem mit gezeichneten Rollenbildern. Auf einer mehrere Meter langen Papierrolle zeichnet er mit Bleistift Variationen grafischer Formen. Ein Betrachter geht an den Rollen entlang und kann die Veränderung der geometrischen Formen wahrnehmen.

Viking Eggeling beginnt sich mit dem Medium Film auseinanderzusetzen. Er will seine Kunst durch Filme tatsächlich bewegen. Für den Betrachter der geometrischen Formen seiner Rollenbilder ist es einfacher und einprägsamer, wenn er die Veränderungen der Formen nicht in der Bewegung durch den Raum erfährt, sondern ganz bequem im Sitzen beim betrachten des Filmes. Zu Beginn der zwanziger Jahre entstehen erste Filme und Viking Eggeling versucht immer wieder, eine filmische Synthese aus Rhythmus, abstrakten Bildern, Bewegung und Musik zu kreieren.

1924 beendet er die Arbeit an seinem Film ‚Symphonie diagonale‘, ein 7-minütiger Stummfilm mit sich bewegenden, geometrischen Formen und Mustern. Die Formen und Muster deckt er mit schwarzem Papier ab und legt sie langsam und gleichmäßig frei, indem er das Papier verschiebt oder Formen ins Papier schneidet. Der Film wird 1925, wenige Tage vor dem Tod des Künstlers, öffentlich aufgeführt.

‚Symphonie diagonale‘, mit den musikalischen Zeiteinteilung, den Schwarz-Weiß/Hell-Dunkel-Kontrasten, den kontinuierlichen Richtungsveränderungen und mit dem künstlerischen Zusammenspiel der geometrischen Formen übt großen Einfluss auf Künstler er Zeit aus. Insbesondere die Konstruktivisten um László Moholy-Nagy und eben die Künstler der De Stijl Gruppe setzen sich mit dem Werk ausführlich auseinander.

Ein ausführliche Biografie in englischer Sprache findet sich bei Monoskop: Viking Eggeling. Dort st auch mehr über den Film zu lesen. Ansonsten sei auf den Wikipedia-Eintrag zum Film verwiesen: Symphonie diagonale

2 Gedanken zu “Viking Eggeling und die ‚Symphonie diagonale‘

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